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Mittwoch, 28.07.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

SJR-Desaster: Interview mit Bernd Kränzle

Auch wenn Bernd Kränzle, Vorsitzender der CSU-Fraktion im Augsburger Stadtrat, kaum etwas sagt und es sich um das kürzeste DAZ-Interview aller Zeiten handelt, soll den Lesern der DAZ nicht vorenthalten werden, dass auch Bernd Kränzle die Informationspolitik des Stadtjugendringes nicht in Schutz nimmt.

Bernd Kränzle

Bernd Kränzle

Bernd Kränzle hatte in seiner Eigenschaft als Landtagsabgeordneter zuletzt jede Menge zu tun. Als Fraktionschef der Augsburger CSU stand er nicht weniger unter Druck, da derzeit bei der CSU in Sachen Stadtratsliste wichtige Personalentscheidungen anstehen, weshalb die DAZ schon gar nicht mehr damit rechnete, dass Kränzle die Fragen bezüglich der Finanzaffäre des Stadtjugendringes noch beantworten könnte. Schließlich wurden die Fragen Anfang April verschickt.

DAZ: Der Präsident des Bayerischen Jugendrings, Matthias Fack, bewertet die Rücklagen des Stadtjugendrings „als Steuergelder nicht im näheren Sinne“ und da der SJR nach Vertrag seine Leistungen erfüllt habe, sei kein Schaden für die Stadt entstanden. Damit teilt der BJR-Präsident die Auffassung von OB Kurt Gribl. Teilen Sie deren Auffassung?

Kränzle: Wir warten den Bericht ab, der für Ende April erwartet wird.

DAZ: Wie bewerten Sie die Informationspolitik des SJR und der Vertreter der Stadt?

Kränzle: Es ist absolut notwendig, dass der Stadtrat über die Situation des Stadtjugendrings informiert ist. Der Stadtjugendring hätte gut daran getan, frühzeitig zu informieren.

DAZ: Wie bewerten Sie den Umstand, dass vom Bayerischen Jugendring mit einem Innenrevisor des BJR nur eine hauseigene Aufarbeitungs-Instanz berufen wurde?

Kränzle: Dabei handelt es sich um eine Angelegenheit des Bayerischen Jugendrings, die dieser intern zu lösen hat. Sollten aus unserer Sicht Nachfragen notwendig sein, so stellen wir die entsprechenden Anträge.

DAZ: Ist SJR-Geschäftsführer Helmut Jesske für das Finanz-Desaster verantwortlich?

Kränzle: Wir sind mit den Interna naturgemäß nicht vertraut genug, um zu diesem Zeitpunkt etwas zu den Verantwortlichkeiten sagen zu können. Es bleibt abzuwarten, wie der Stadtjugendring den Fall aufarbeitet und die Lösung angeht.

DAZ: Herr Kränzle, vielen Dank für das Gespräch.

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Fragen: Siegfried Zagler