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Dienstag, 03.08.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Seit 50 Jahren in Freundschaft verbunden: Augsburg und seine japanischen Schwesterstädte

Seit 1959 verbindet Augsburg eine Städtepartnerschaft mit Amagasaki und Nagahama. Beim Besuch der Augsburger Delegation zu den Feierlichkeiten zum 50jährigen Jubiläum in Amagasaki wurde Augsburgs Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl zum Ehrenbürger ernannt.

OB Kurt Gribl und Amtskollegin Aya Shirai aus Amagasaki

OB Kurt Gribl und Amtskollegin Aya Shirai aus Amagasaki


Der ungewöhnliche Umstand, dass eine deutsche Stadt relativ kurz nach Kriegsende gleich mit zwei Städten im fernen Japan eine Partnerschaft schloss, liegt in der Person des Initiators und seinen beruflichen Verflechtungen mit Augsburg begründet: Magokichi Yamaoka hatte vor dem Zweiten Weltkrieg in München studiert. Sein besonderes Interesse für Rudolf Diesel führte ihn des Öfteren nach Augsburg. Nach dem Krieg erhielt er als Geschäftsinhaber der Yanmar-Diesel-Werke von der Firma MAN die Lizenz zur Fertigung von Kleindieseln in Japan. Aus Dankbarkeit dafür stiftete er im Wittelsbacher Park einen typisch japanischen Steingarten als Denkmal für Rudolf Diesel: den Rudolf-Diesel-Gedächtnishain, der am 6. Oktober 1957 übergeben wurde.

Auf dieser Basis entwickelten sich, weiterhin stark befördert von Yamaoka, intensive Kontakte zwischen den Stadtverwaltungen von Augsburg und Amagasaki, dem Verwaltungssitz von Yanmar-Diesel, sowie Nagahama, dem Ort der Produktionsstätte. 1959 wurde die Partnerschaft offiziell besiegelt. Sie besteht seitdem vor allem aus einem kontinuierlichen Jugend-, Kultur- und Sportaustausch, gegenseitigen Besuchen von Verwaltungsbeamten und Wirtschaftsdelegationen sowie Beteiligungen an Messen und Ausstellungen und Kontakten einzelner Bürger untereinander. Die befruchtende Partnerschaft hat sich über die Jahre auch im Stadtbild von Amagasaki, Nagahama und Augsburg niedergeschlagen, in Japan durch Augsburger Brunnen, Tulpen- oder Rosengärten, original Augsburger Gaslaternen, Nachbildungen der historischen Domfenster oder des römischen Pferdekopfes sowie vieler Zirbelnüsse; in Augsburg durch zwei japanische Gärten und die Kirschbaum-Allee in der Ulmer Straße.

Straffes Besuchsprogramm

Die Augsburger Delegation, der neben Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl Schulreferent Hermann Köhler sowie die Stadträte Beate Schabert-Zeidler (Pro Augsburg), Dr. Stefan Kiefer (SPD), Reiner Erben (Grüne) und Peter Uhl (CSU) angehören, hatte während ihres viertägigen Aufenthalts in Amagasaki ein straffes Besuchsprogramm. Es führte sie in eine Grundschule, in das Kulturzentrum Amagasaki, den buddhistischen Tempelbezirk Teramachi, die Firma Yanmar, das Hochwasserschutz-Zentrum Amagasaki, das „Augsburger Kaufhaus“ Tsukashin sowie in die Industrie- und Handelskammer (IHK) und zum Unternehmerverband Amagasaki. Gegenüber der IHK und dem Unternehmerverband betonte der Oberbürgermeister den Wunsch auf Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Augsburg und Amagasaki auf dem Gebiet der Umwelttechnik.

Beim Festakt zum Abschluss der Feierlichkeiten wurde Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl zum Ehrenbürger Amagasakis ernannt. Anschließend unterzeichnete er mit seiner japanischen Amtskollegin Frau Aya Shirai eine gemeinsame Erklärung zur Festigung und Erneuerung der Städtefreundschaft zwischen Amagasaki und Augsburg. Gewürdigt wurde ein halbes Jahrhundert sehr erfolgreicher Partnerschaft.

Die Delegation reiste anschließend weiter nach Nagahama, wo sie sich seit Montag aufhält. Am Samstag, 10. Oktober fliegen die Augsburger wieder in die Heimat zurück.