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Freitag, 23.07.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Schwäbische Unternehmer sehen 2013 optimistisch

IHK-Konjunkturumfrage Frühjahr 2013

Einige Klippen hatte die schwäbische Wirtschaft in den vergangenen Monaten zu umschiffen. Eine davon war die verminderte Nachfrage. Doch bislang konnten Auftragspolster und erhöhte Exporte ins außereuropäische Ausland viele negative Effekte kompensieren.

Dies ist das Ergebnis der IHK-Konjunkturumfrage Frühjahr 2013, das IHK-Präsident Dr. Andreas Kopton am gestrigen Donnerstag der Presse vorstellte. Die anhaltende Staatsschuldenkrise einiger EU-Länder in Verbindung mit dem Nachfragerückgang aus diesen Ländern, Kostensteigerungen in den Bereichen Material, Personal und Energie und nicht durchsetzbare Preissteigerungen drückten auf die Erträge. Mehr als eine konjunkturelle Delle hat die Finanzmisere in Schwaben jedoch nicht hinterlassen. „Der Wellenschlag war höher, die Gischt hat uns etwas mehr ins Gesicht gespritzt“, so Kopton zur Situation. „Aber die Stimmung bleibt positiv!“

Grafik “Konjunkturverlauf in Schwaben”

Erläuterung: Die Kurvenwerte errechnen sich aus dem Saldo der positiven und negativen Antworten von 497 schwäbischen Unternehmen in Prozent.

(nach IHK Schwaben; zum Vergrößern anklicken)


Auch wenn die Finanz- und Staatsschuldenkrise betroffener EU-Länder noch nicht ausgestanden ist, hat die schwäbischen Unternehmer bereits neuer Elan erfasst. Optimistisch sehen sie in das Jahr 2013. So erwartet die Industrie eine ansteigende Nachfrage im Inland sowie aus dem außereuropäischen Ausland und zumindest eine vorsichtige Kehrtwende zum Positiven bei den EU-Ländern.

44 Prozent der Unternehmen aus der Dienstleistungsbranche gehen von steigenden Inlandsumsätzen aus. Dem schwäbischen Baugewerbe konnte selbst der lange Winter die Stimmung nicht verderben. Negative Stimmen zur Auslastung sind nur wenige vorhanden. Allerdings sind nicht alle Unternehmen mit ihrem derzeitigen Auftragsbestand zufrieden. Nicht zufrieden sind die Transportunternehmen mit ihrer Umsatzentwicklung. Bei weiterhin steigenden Kosten beklagen 42 Prozent ihre derzeitige Ertragslage. Den nächsten Monaten sehen sie aber deutlich optimistischer entgegen als noch im Herbst.

Einzelhandel verzeichnet mehrheitlich Umsatzrückgänge

Im Großhandel scheint der seit fast einem Jahr langsam verlaufende Abwärtstrend gestoppt zu sein. Erstmals erwarten wieder mehr Unternehmen – nämlich 31 Prozent – eine Zunahme beim Inlandsumsatz und nur noch 23 Prozent eine Abnahme.

Am schlechtesten geht es dem Einzelhandel. Nach gutem Weihnachtsgeschäft befinden sich die Unternehmen, welche Umsatzrückgänge verzeichnen, in der Überzahl gegenüber denjenigen mit Umsatzzuwächsen. Diese Konstellation gab es zuletzt vor drei Jahren. Der Einzelhandel glaubt jedoch nicht, dass der Abwärtstrend anhält.