Wendejahre
Maximilian I.
DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Montag, 17.06.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

Schlechter als der FCA kann man in der Bundesliga nicht spielen

Warum man in Augsburg über den Trainer nachdenken muss

Kommentar von Siegfried Zagler

Gegen Freiburg wurde die FCA-Abwehr in der ersten Halbzeit überspielt als wäre sie die Abwehr einer Hobbymannschaft. Von der FCA-Defensive war keine Zweikampfstärke und Struktur zu erkennen, bei den Standards funktionierten einfachen Zuordnungen nicht. Aus dem Mittelfeld kam kein Tempo, keine Idee und kein Torschuss. Gegen den Ball spielte der FCA so, als wüsste er nicht, wie das geht. Freiburg konnte meist ohne Druck Richtung FCA-Gehäuse kombinieren. Kurz: es stimmte nichts, besser: Schlechter kann ein Bundesligaklub nicht spielen als der FCA in den ersten 45 Minuten gegen Freiburg.

Natürlich hat das mit dem ausgedünnten Kader zu tun. Jeffrey Gouweleeuw und Hinteregger fehlen an allen Ecken und Enden. Khedira in der Abwehrkette ist zusammen mit Reece Oxford ein Sicherheitsrisiko erster Klasse. Khedira ist kein Gouweleeuw, Oxford kein Hinteregger. Und natürlich macht auch FCA-Trainer Manuel Baum Fehler!

Max kann man nur einfache Tätigkeiten auf der Außenbahn verrichten lassen. Er ist kein Kreativspieler, kommt er nicht zum Flanken nützt er der Mannschaft nicht viel mehr als ein Zeugwart. Ihn auf der Caiuby-Position spielen zu lassen war und ist durch nichts zu rechtfertigen. Cordova ist ein Zentrumsstürmer, der in der Bundesliga soviel verloren hat wie Arno Loeb auf dem Wiener Opernball. Daniel Baier war außerhalb der Partie und hätte bereits nach 20 Minuten ausgewechselt werden müssen.

Man muss nur auf die Ersatzbank schauen und schlagartig fällt auf, dass es kaum noch bundesligataugliche Spieler im Kader gibt. Mit Finnbogason, Moravek, Framberger und Schieber hat der FCA wichtige Spieler im Kader, die öfters beim Arzt sind als auf dem Trainingsplatz. Auch der 31-jährige Koo leidet öfters an Verletzungen als zu seiner besten Zeit. Die gesamte Hinrunde bestritt der FCA mit Torhütern, die nicht annähernd an die Fähigkeiten eines Marwin Hitz heranreichten. 

An dieser Stelle muss festgehalten werden, dass der FCA mit einem guten Kader in die Saison gestartet ist. Dieser Kader ist durch Verletzungen und durch Disziplinarmaßnahmen auseinander geflogen wie ein aufgerissenes Kopfkissen. Die riskante Kaderzusammenstellung mit verletzungsanfälligen Spielern und jungen Neuzugängen ohne Bundesligaerfahrung (Jensen und Götze) und auch den Kahlschlag (man darf in diesem Zusammenhang Opare nicht vergessen) hat Manager Reuter zu verantworten.

Dem übriggebliebenen Torso fehlt in jeder Hinsicht die Stabilität und die richtige Mentalität für den Abstiegskampf. Dieses Manko hat der Trainerstab zu verantworten.

In der Rückrunde trat öfters eine Mannschaft an, die so noch nie zusammengespielt hat. Und dennoch gab es während der Partien gravierende Taktikwechsel. Gemessen an diesen Umständen spielt der FCA so, wie man es eben von einem Team dieser Kragenweite erwarten darf: wechselhaft mit Tendenz zum Katastrophenkick. Nach Freiburg muss nun ernsthaft darüber nachgedacht werden, ob Manuel Baum noch der richtige Mann ist.



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