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Sonntag, 07.08.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

Rückenwind für Augsburger Radler

„Fahrradfahren soll in Augsburg künftig noch sicherer sein und mehr Spaß machen“. So stand es im Punkt 100 des Wahlprogramms von OB Kurt Gribl. Jetzt hat Thomas Hertha als Radverkehrsbeauftragter der Stadt seinen Dienst angetreten.

Bereits Ende des vergangenen Jahres war angekündigt worden, dass es in der Abteilung Verkehrsplanung im Tiefbauamt einen Radverkehrsbeauftragten geben wird. Jetzt ist es so weit. Neben der Erfüllung koordinativer Aufgaben wird er vor allem den Bürgern, Gewerbetreibenden und Interessenvertretern des Radverkehrs als direkter Ansprechpartner in der Stadtverwaltung zur Verfügung stehen.

Die Stadt unterstreicht damit den hohen Stellenwert, den sie dieser Form des Individualverkehrs beimisst. OB Kurt Gribl: „Beim Radverkehrsbeauftragten laufen alle Belange und Anliegen im Bereich des Radverkehrs zusammen und werden von ihm im Interesse einer bestmöglichen Förderung koordiniert.“

„Anliegen und Bedürfnisse der Radfahrer besonders berücksichtigen“

Der neue Radverkehrsbeauftragte: Thomas Hertha

Der neue Radverkehrsbeauftragte: Thomas Hertha


Die Wahl fiel auf Thomas Hertha. Der 35-Jährige hat an der TU München Bauingenieurwesen studiert, fachlicher Schwerpunkt Stadt- und Verkehrsplanung sowie Bau von Landverkehrswegen. Bevor er nach Augsburg kam, war der gebürtige Erlanger beim Tiefbauamt der Stadt Landshut für Verkehrsplanung, Verkehrstechnik und Straßenbaumaßnahmen zuständig. An seinem neuen Arbeitsplatz hat sich Thomas Hertha als erstes vorgenommen, die laufenden Projekte im Radverkehr kennen zu lernen. „Es geht mir vor allem um eine gute Abwägung zwischen den unterschiedlichen Belangen aller Verkehrsteilnehmer. Wobei natürlich die Anliegen und Bedürfnisse der Radfahrer besonders zu berücksichtigen sind“, so Hertha. Vor allem die Umsetzung kleiner aber oft sehr wirkungsvoller Maßnahmen liegt ihm neben den großen und längerfristigen Bauvorhaben besonders am Herzen. „Mir ist wichtig, dass sich Radfahrer in Augsburg gut aufgehoben fühlen und wissen, dass sie in mir einen Ansprechpartner für ihre Anliegen und Anregungen in der Stadtverwaltung haben“, so der Radverkehrsbeauftragte.

Noch für dieses Jahr sind von der Stadt Planungs- und Ausbaumaßnahmen für das Radwegenetz von 900.000 Euro vorgesehen, rund doppelt so viel wie durchschnittlich in den Vorjahren. Dazu gehören:

  • Planung des Radweges entlang der Remboldstraße/Rote-Torwall-Anlage
  • Einrichtung (Signalisierung) einer Fußgänger und Radfahrerfurt über die Rechtsabbiegespur von der Rosenaustraße in die Gögginger Straße
  • Verlängerung des Radwegs auf der Ostseite der Neuburger Straße
  • Verbreiterung des Gehwegs für einen Radweg in zwei Richtungen auf der Ostseite der Bobinger Straße in Inningen zwischen Theodor-Sachs- Straße und Hohenstaufenstraße
  • Bau eines Geh- und Radweges zwischen Bergheim und Wellenburg
  • Planung für die Erweiterung von Radabstellanlagen
  • Realisierung des Bauabschnitts Leonhardsberg-Jakobertor der Radwegachse Ost-West

In der Bauausschusssitzung am 14. Mai gab Baureferent Gerd Merkle zuletzt bekannt, dass auch die Rückstellung des Teilabschnitts Grottenau-Karlstraße der Radwegachse Ost-West aufgehoben ist. Die Mittel für diesen Radweg – rund 500.000 Euro – werden voraussichtlich in den Nachtragshaushalt 2009 aufgenommen.

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