Retro-Vibes und Mitspracherecht: In Göggingen entsteht ein Jugendcafé der Extraklasse
Wo früher Schnitzel serviert wurden, ziehen bald Kicker, Beats und Beteiligung ein. Die ehemalige Gaststätte im Gögginger Hallenbad verwandelt sich in ein modernes Zentrum für Jugendliche. Das Besondere: Die künftigen Nutzer dürfen selbst entscheiden, wie ihr neuer Hotspot aussehen soll.
Von Bruno Stubenrauch
Café mit Blick auf Terrasse und Park (Symbolbild)
Senfgelbe Fliesen, eine markante grüne Theke und der unverwechselbare Charme der 70er-Jahre – was für manche nach Nostalgie klingt, wird für Augsburgs Jugend bald zur coolsten Adresse im Stadtteil. Die Stadt macht ernst und baut die leerstehende Schwimmbadgaststätte an der Anton-Bezler-Straße zu einem dreistöckigen Jugendcafé um. Rund 240 qm Fläche warten darauf, aus dem Dornröschenschlaf geweckt zu werden.
„Deine Meinung zählt“: Ideen-Schmiede am 19. März
Bevor die Handwerker anrücken, sind die gefragt, um die es geht: die Jugendlichen. Am 19. März öffnet die Baustelle von 14 bis 18 Uhr ihre Türen für eine Beteiligungsveranstaltung direkt vor Ort.
Ob Billardtisch, Gaming-Ecke, gesundes Streetfood oder fette Soundsysteme – hier wird nicht über die Köpfe der Jugend hinweg entschieden. „Die Jugendlichen gestalten aktiv mit – das ist gelebte Demokratie“, betont Sozialreferent Martin Schenkelberg. Es ist die Chance, den eigenen Treffpunkt von Grund auf mitzuplanen.
Das zukünftige Café von außen (Mitte), links das Hallenbad – Foto: DAZ
Mehr als nur Kaffee: Ein Raum für alles
Das Konzept bricht mit verstaubten Vorstellungen von Jugendarbeit. Geplant ist ein multifunktionaler Mix:
- Das Herzstück: Ein 41 Quadratmeter großes Café mit Blick auf die Terrasse und den Park
- Die Tribüne: Eine Treppe, die nicht nur Stockwerke verbindet, sondern gleichzeitig als Sitzgelegenheit für Public Viewing oder Konzerte dient
- Der Rückzugsort: Eine 21 Quadratmeter große Galerie für entspannte Momente
- Der Allrounder: Ein 70 Quadratmeter großer Raum im Foyer, der auch Vereinen offensteht.
Besonders wichtig: Das gesamte Objekt wird (mit Ausnahme der Galerie) barrierefrei zugänglich sein, damit niemand draußen bleiben muss.
Sport und Soziales Hand in Hand
Dass dieses Projekt überhaupt möglich ist, liegt an einer ungewöhnlichen Kooperation. Das Sportreferat stellt die Räume kostenlos zur Verfügung. Sportreferent Jürgen K. Enninger sieht darin eine riesige Chance: „Schwimmbäder sind Orte der Begegnung. Hier können junge Menschen sich entfalten und austauschen.“
Rund 760.000 Euro lässt sich die Stadt die Verwandlung kosten. Dabei bleibt der kultige 70er-Jahre-Stil bewusst erhalten und wird mit moderner Architektur kombiniert – ein Kontrast, der das Café architektonisch einzigartig machen dürfte. Der Zeitplan steht: Nach der Planungsphase und dem Umbau soll die Eröffnung Ende 2026 gefeiert werden.
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Gögginger Hallenbad in der Anton-Bezler-Straße, Lageplan
Hintergrundkarte: © Bayerische Vermessungsverwaltung (2026), Datenquelle: Geoportal Bayern www.geoportal.bayern.de;
Bearbeitung: DAZ


