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Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

Rekordergebnisse beim Tourismus in Augsburg

Dass das Tourismusziel Augsburg auch 2017 neue Rekorde bei den Gästeankünften und Übernachtungen erreichte, ist für Tourismusdirektor Götz Beck im nunmehr 20. Jahr seiner Arbeit für die Regio Augsburg Tourismus GmbH ein gern mitgenommenes „Jubiläumsgeschenk“. Erstmals wurden mehr als 450.000 Ankünfte von Übernachtungsgästen registriert, die Marke von 800.000 Übernachtungen wurde nur hauchdünn verfehlt. Der Augsburg-Tourismus nimmt damit insbesondere bei der Steigerung der Übernachtungszahlen auch im boomenden Bayern-Tourismus einen der vordersten Plätze ein.

2017 stieg die Zahl der Gästeankünfte in Augsburg um 4,5 Prozent – also um knapp 20.000 zusätzliche Ankünfte von Übernachtungsgästen. Mit einem Plus von 4,6 Prozent bei den Übernachtungen hat die Fuggerstadt sogar eine der bayernweit höchsten Zuwachsraten: Rund 35.000 Übernachtungen mehr als im Vorjahr wurden registriert. Dass solche Zuwächse im Bayern-Tourismus ein Naturgesetz seien, widerlegt ein Blick auf die jüngsten Zahlen des Bayerischen Landamtes für Statistik: Nicht wenige Tourismusregionen wiesen 2017 bei den Ankünften oder Übernachtungen beziehungsweise in beiden Rubriken Minuszahlen oder stagnierende Entwicklungen auf.

Analysiert werden solche Zahlen für den Geschäftsbericht, den die Regio Augsburg Tourismus GmbH derzeit erstellt. „Speziell in Verbindung mit der Entwicklung bei ausländischen Gästen können wir ziemlich exakt festmachen, was zu den Steigerungsraten von 2017 beigetragen hat“, erläutert Tourismusdirektor Götz Beck. Dabei hilft ein Blick in weitere Statistiken. Sie zeigen, dass Augsburg bei ausländischen Gästen überproportional gepunktet hat. Während das Statistische Bundesamt für 2017 bei den Übernachtungen ausländischer Gäste deutschlandweit einen Zuwachs von 3,6 Prozent ermittelte, liegt Augsburg (fast ein Viertel der Hotelgäste reiste aus dem Ausland an) mit einem Plus von 7,7 Prozent um mehr als 100 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Insbesondere mit Blick auf die „Rückkehr“ der Touristen aus den USA nach Deutschland, die bundesweit ein Plus von 8,8 Prozent verursachten, wagt Tourismusdirektor Beck eine Aussage über die Gründe der letztjährigen Zuwächse im Augsburg-Tourismus. Denn in Augsburg, wo sich Gäste aus den Vereinigten Staaten (wie anderswo in Europa auch) drei Jahre lang eher rar gemacht hatten, checkten sogar 28,2 Prozent mehr US-Amerikaner in den Hotels ein als noch 2016. Beck: „Der starke Anstieg von Besuchern aus den protestantisch dominierten USA ist ein Indiz dafür, dass das Luther-Gedenkjahr 2017 als Sondereffekt spürbar zu den Augsburger Wachstumszahlen beigetragen hat.“ In das Reformationsjubiläum habe die Regio, so der Tourismusdirektor, „ziemlich viel Arbeit“ investiert – beginnend bei den Kooperationen mit Tourismusverbänden, endend bei auf das Lutherjahr zugeschnittenen Publikationen.

Dass das Reformationsgedenkjahr 2017 Impulse gab, konnte auch Bettina Böhmer-Lamey, Pfarrerin im Evangelischen Forum Annahof, beobachten: „Der Stadtspaziergang durch Augsburg zu Schauplätzen evangelischer Geschichte, von evangelischen Theologinnen und Theologen geführt, hat sich großer Nachfrage erfreut. Das Museum Lutherstiege wurde noch gezielter sowohl von Touristen als auch von Einheimischen und Schulklassen aufgesucht. In St. Anna wurden 2017 immerhin rund 400 Kirchenführungen registriert.“

Die relativ hohen Augsburger Zuwächse dürften 2017 durch die internationale Messe Interlift sowie durch die Americana verstärkt worden sein. Anders als die Messen für die Lifte und das Westernreiten wird Luther in Augsburg 2018 erneut ein Thema sein. Denn Luthers Verhör in den Fuggerhäusern im Oktober 1518 war sein einziges offizielles Aufeinandertreffen mit der römischen Amtskirche: Es gilt als eine „Sternstunde“ der Reformationsgeschichte. Daran erinnert das Pop-Oratorium „Luther. Das Projekt der tausend Stimmen“ am 1. November in Kongress am Park. Die musikalische Gesamtleitung hat der Augsburger Pop-Kantor Hans-Georg Stapf, Veranstalter ist die Stiftung Creative Kirche in Kooperation mit dem Evangelisch-Lutherischen Dekanat Augsburg.

Und auch die Tourismuseinrichtung vertraut 2018 noch einmal auf die Zugkraft Martin Luthers. Tourismusdirektor Götz Beck: „Wir setzen unsere Stadtführungen zu den Schauplätzen der Reformation in Augsburg fort. Auch im Fugger und Welser Erlebnismuseum werden wir mit Inhalten und Aktionen erneut das Spannungsfeld Luther – Fugger thematisieren.“  — Foto: Augsburger Rathausplatz (c) Christian Menkel



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