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Regisseur Verhoeven zeigt zwei seiner Filme

„Menschliches Versagen“ und „Die zweite Hinrichtung“ – zwei seiner aufrüttelnden Dokumentarfilme zeigt der Regisseur Michael Verhoeven am Mittwoch, 20. März persönlich im Augsburger „Kinodreieck“.

20.3., 10.00 Uhr, Mephisto: „Menschliches Versagen“

Screenshot ARTHAUS: Trailer zum Film "Menschliches Versagen"

Screenshot ARTHAUS: Trailer zum Film "Menschliches Versagen"


Jemals alles über die Schrecken und Verbrechen der Zeit des Nationalsozialismus ans Licht zu bringen, wird letztlich nicht möglich sein, doch es gibt immer noch Bereiche, die auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts dringend aufgedeckt werden müssen. Die so genannte „Arisierung“ zählt zu den kaum aufgearbeiteten Feldern, da zahlreiche der entsprechenden Akten erst seit ein paar Jahren überhaupt einsehbar sind – sofern sie noch existieren. Eine treibende Kraft hinter der späten Enttabuisierung war der Historiker Wolfgang Dreßen, der eine Wanderausstellung zu diesem Thema organisierte und in der Dokumentation „Menschliches Versagen“ von Michael Verhoeven darüber berichtet, wie es zur Öffnung der Aktenbestände kam. Die so genannte „Arisierung“ im faschistischen Deutschland zählt unbestritten zu den größten Raubzügen des 20. Jahrhunderts. Trotzdem wird das Thema bisher nahezu totgeschwiegen. Denn es waren nicht Gestapoleute, die in jüdische Häuser und Wohnungen einbrachen, um den gesamten Besitz zu beschlagnahmen, sondern deutsche Finanzbeamte und „ganz normale Leute.“ Größere Wertgegenstände gingen an die Behörden, der Rest wurde in „Versteigerungen aus nichtarischem Besitz“ an die Nachbarn verteilt. Andreas Heusler, Historiker am Stadtarchiv München, beurteilt diesen Vorgang als „eine der gnadenlostesten und unverschämtesten Raubaktionen, die an einem Teil der eigenen Bevölkerung vollzogen wurde.“ „Menschliches Versagen“ wird am Mittwoch, 20. März um 10.00 Uhr in Anwesenheit des Regisseurs im Mephisto-Kino gezeigt. Den Trailer zum Film gibt’s schon mal hier: