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Montag, 19.01.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Post vom Statistikamt: Wenn das „Zufallslos“ an der Haustür klingelt

Haben Sie in diesen Tagen Post aus Fürth erhalten? Dann gehören Sie vielleicht zu dem einen Prozent der baye­rischen Bevöl­ke­rung, das in diesem Jahr für den Mikro­zensus 2026 ausgewählt wurde. Auch in Augsburg und Umgebung starten jetzt die Befra­gungen zur wirt­schaft­lichen und sozialen Lage der Menschen.

Von Bruno Stubenrauch

Musterfragebogen 2026 – zum Mikrozensus geht es hier

Es ist die größte jährliche Haushalts­befragung Deutsch­lands: Der Mikrozensus. Jahr für Jahr liefert er die Datenbasis für weit­reichende politische Ent­schei­dungen – etwa zur Armuts­be­kämpfung, zur Planung von Kinder­be­treuung oder zur Anpassung von Renten. Seit dem 13. Januar läuft die Erhebung für das Jahr 2026, bei der bayern­weit rund 130.000 Personen in etwa 65.000 Haushalten befragt werden. In Augsburg trifft es rund 3.000 Bürger.

Wer wird befragt?

Das Auswahlverfahren ist rein mathematisch-statistisch. Zunächst werden Gebäude oder Gebäude­teile per Zufall bestimmt. Wer dort wohnt, ist „dabei“ – unab­hängig von Alter, Natio­nalität oder Beruf. Um die Stich­probe vor Ort zu präzisieren, sind bereits ehren­amtliche Erhebungs­beauf­tragte unterwegs, die über die Klingel­schilder die genauen Haushalte ermitteln. Diese Mit­arbeiter können sich jederzeit durch einen offizi­ellen Dienst­ausweis des Bayerischen Landesamts für Statistik legitimieren.

Online oder Telefon? Sie haben die Wahl

Nach der Identifikation des Haushalts folgt ein offizielles Schreiben per Post. Darin wird detailliert über den Ablauf informiert. Die Befragung selbst findet nicht mehr durch Haus­besuche statt, sondern auf modernen Wegen:

  • Online-Befragung: Bequem über ein gesichertes Web-Portal;
  • Telefoninterview: Ein geschulter Interviewer meldet sich nach vorheriger Termin­absprache. Bayernweit sind hierfür rund 130 Experten im Einsatz.

Auskunftspflicht, aber Datenschutz

Anders als bei vielen freiwilligen Umfragen ist die Teil­nahme am Mikro­zensus gesetzlich ver­pflichtend. Da nur eine kleine Gruppe stell­ver­tretend für alle Bürger antwortet, müssen die Ergeb­nisse reprä­sen­tativ sein. Wer sich beharrlich weigert, dem drohen Mahnungen und im Ernstfall sogar Zwangsgelder.

Sorgen um die Privatsphäre müssen sich die Augsburger laut Statistik­amt nicht machen. Alle Angaben werden streng vertraulich behandelt und aus­schließ­lich für sta­tistische Zwecke genutzt. Die Ver­öffent­lichung erfolgt in so stark zusammen­ge­fasster Form, dass keinerlei Rück­schlüsse auf Einzel­personen oder einzelne Haushalte möglich sind.

Der Mikrozensus läuft das gesamte Jahr über von Januar bis Dezember. Es kann also auch im Sommer oder Herbst noch passieren, dass Sie Post vom Landes­amt für Statistik im Briefkasten finden.


Weitere Informationen und ein Erklärvideo finden interessierte Bürger unter statistik.bayern.de.