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Freitag, 24.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Opposition nimmt Schaal unter Beschuss

Nachdem sich innerhalb kurzer Zeit der dritte Amtsleiter aus dem Umweltreferat verabschiedet hat, steht Umweltreferent Rainer Schaal schwer in der Kritik.

Umweltreferent Rainer Schaal

Umweltreferent Rainer Schaal


SPD und Grüne führen die Abwanderungswelle auf den Führungsstil des Umweltreferenten zurück, der nach Auffassung der Grünen für eine Stagnation in der Augsburger Umweltpolitik verantwortlich ist, da Schaal mit einer kurzen Leine nicht nur für frustrierte Mitarbeiter sorge, sondern auch dafür, dass die Kompetenzen der Amtsleiter nicht angemessen in die Stadtpolitik einfließen. Aktueller Hintergrund dieser Angriffe ist die Abwanderung von Dieter Lindauer, Leiter des Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetriebs (AWS), der sich mit Erfolg im hessischen Rodgau als Geschäftsführer der dortigen Stadtwerke beworben hatte.

Keine Reihe von Zufällen

Vor wenigen Monaten wurde Maria Dobners Abschied Richtung München bekannt. Dobner arbeitete 20 Jahre für die Stadt Augsburg und war zuletzt Amtsleiterin im Grünordnungsamt. Dobner ging aus „rein persönlichen Gründen“, wie sie sagte. Vor kurzer Zeit verabschiedete sich mit Alois Betz der Leiter des Umweltamtes in der Vorruhestand. Keine Reihe von Zufällen, sondern nach Auffassung von SPD und Grüne eine ursächliche Ereignisfolge, die in Verbindung mit Umweltreferent Rainer Schaal zu sehen ist. Die Grüne Stadtratsfraktion nahm die Abwanderungsfolge zum Anlass, um Schaal schwer unter Beschuss zu nehmen. Die Anforderungen am Erhalt der Grünflächen sei ständig gestiegen, dennoch habe Schaal eine Kürzung für diesen Bereich stillschweigend hingenommen. Auch in Sachen Eingriff bei der Grünanlage beim Curt-Frenzel-Stadion habe Schaal eine schlechte Figur abgegeben, indem er sich nicht für diesen ihm anvertrauten Bereich stark gemacht habe.

„Schaal will alles selbst machen“

Ein Augsburger Energiestandard, der einen echten Beitrag zum Klimaschutz vor Ort darstellen würde, sei immer noch nicht beschlossen und konkret umgesetzt worden. „Zu diesen Themen gibt, man muss leider sagen gab es fachlich kompetente und hoch engagierte Führungspersonen aber auch Mitarbeiter. Aber wenn der Referent alles selbst machen will, es aber nicht kann, dümpelt die Umweltstadt vor sich hin“, so Reiner Erben (Grüne), der als Mitglied des Umweltausschusses monierte, dass Schaal seine kompetenten Mitarbeiter auch dort nicht zum Zug kommen ließ. „Es war auch dort immer sichtbar, dass er alles selbst machen will.“