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Dienstag, 16.04.2024 - Jahrgang 16 - www.daz-augsburg.de

ÖPNV: “Tariferhöhung gleicht einer Bankrotterklärung”

Wie berichtet kündigte vergangene Woche der Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund (AVV) eine saftige Preiserhöhung von 12,8 Prozent an. Vollzogen werden soll diese Preiserhöhung für den Öffentlichen Personen Nahverkehr (ÖPNV) in der Region zum Jahreswechsel an.

ÖDP-Landtagsdirektkandidat und Stadtrat Christian Pettinger wertet diese Ankündigung als Bankrotterklärung. „Anstatt den Nahverkehr durch attraktive Angebote und günstige Ticket-Preise zu stärken, um die dringend notwendige Mobilitätswende zu schaffen, verschlechtert sich das Angebot regelmäßig und gleichzeitig werden die Preise erhöht.“ Nach der zehnprozentigen Erhöhung im Vergangenen Jahr sei eine neuerliche Erhöhung um fast 13 Prozent heuer ein Schlag ins Gesicht für alle, die dem ÖPNV noch die Treue halten. Für die Abonnenten des Deutschlandtickets gäbe es zwar keine Erhöhung, aber alle anderen, die nicht regelmäßig die öffentlichen Verkehrsmittel benutzten, müssten dafür umso tiefer in die Tasche greifen.

Dabei sei der AVV-Geschäftsführung kein Vorwurf zu machen: Die gestiegenen Kosten müssten ja irgendwie refinanziert werden. Nachdem aber die Kostenträger im AVV, also die Kommunen und Landkreise finanziell bereits mit dem Rücken zur Wand stünden, seien hier der Bund und insbesondere auch der Freistaat gefordert, endlich spürbare Finanzhilfen für den ÖPNV an die kommunalen Kostenträger weiter zu reichen. Laut Pettinger habe deshalb die Bayerische ÖDP auf ihrem Landesparteitag am vergangenen Samstag in Regensburg angekündigt, dass einer der ersten Anträge seitens der ÖDP-Landtagsfraktion nach der Wahl die Forderung nach einem gerechten Lastenausgleich für die Kommunen beim ÖPNV sein werde. „Denn nur wenn den politischen Sonntagsreden der aktuellen Staatsregierung endlich wirklich Taten folgen, können wir die Verkehrswende in Bayern noch schaffen“, so Pettinger.