DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Samstag, 25.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

ÖDP fordert Naturschutz für gesamte Flugplatzheide

ÖDP-Stadtrat Christian Pettinger hat sich in die Diskussion um die geplante Wohnbebauung auf der Haunstetter Flugplatzheide eingeschaltet.

Christian Pettinger

Christian Pettinger


Wie berichtet hat sich das Bayerische Umweltministerium für den Erhalt der verbliebenen Flugplatzheide in Haunstetten ausgesprochen. Im Zusammenhang mit dem vom Freistaat am Bischofsackerweg geplanten Wohnprojekt für Flüchtlinge hatte sich ein breites Bündnis von Naturschützern mit einem Hilfegesuch an die Bayerische Umweltministerin gewandt. Ihr Sprecher bestätigte nun den hohen naturschutzfachlichen Wert dieses Grünzuges.

Nach Auffassung von ÖDP-Stadtrat Christian Pettinger müssten nun auch von der Stadt entsprechende Beschlüsse gefasst werden: „Wir können nicht tatenlos zusehen, wie ohne Not ein hochwertvolles Stück Naturraum im Stadtgebiet für ein Bauprojekt geopfert wird.“ Der Stadtrat habe zwar in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause dem Bauprojekt des Freistaates zugestimmt, doch unter anderen Voraussetzungen: In der Sitzung war betont worden, dass das Gelände in Haunstetten das einzige sei, auf dem die Flüchtlingswohnungen errichtet werden könnten. Im Eindruck dieser Alternativlosigkeit habe auch Pettinger damals dafür gestimmt, dem Freistaat hier keine Steine in den Weg zu legen. „Ich kann nicht den Schutz einer erhaltenswerten Grünfläche gegen die Unterbringung von Flüchtlingen ausspielen“, so Pettinger.

Zwischenzeitlich sei nun aber bekannt geworden, dass die staatliche Flüchtlingsunterkunft in der Calmbergstraße wegen des zurückgegangenen Flüchtlingsstromes in Kürze geschlossen werden soll. “Damit sind die Karten wieder neu gemischt! Nun hat der Freistaat mit dem Objekt in der Calmbergstraße eindeutig eine Alternative zur Nutzung der Flugplatzheide”, so Pettinger. Durch Sanierung und Umbau der Räume an der Calmbergstraße könne der Freistaat ohne zusätzlichen Flächenverbrauch den benötigten Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung stellen, da dieses Objekt dem Freistaat gehöre. Darüber hinaus könne man dort weitaus bessere Bedingungen für eine Integration der Betroffenen schaffen. Im Gegenzug müsse aber auch die gesamte heute noch existierende Restfläche der Flugplatzheide in Haunstetten unter Schutz gestellt werden.

Pettinger hat nun bei Oberbürgermeister Kurt  Gribl einen Antrag eingereicht, der den Freistaat auffordert, den „Bauplatz“ Flugplatzheide aufzugeben.