DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Montag, 29.11.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

OB Dr. Gribl: Bahnfahrplan ist eine massive Fehlkonstruktion

Als massive Fehlkonstruktion bezeichnet Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl den von der Bahn vorgelegten Fernverkehrs-Fahrplan, der bis Juni 2009 gelten soll.

„Die technischen Probleme der Bahn belasten die Stadt Augsburg extrem. Wir werden den Fahrplan jedenfalls nicht als Gewöhnungsphase dafür verstehen, uns mittelfristig mit einer ausgedünnten Nordverbindung zufrieden zu geben“, so OB Kurt Gribl heute. Wegen einer technischen Überprüfung der ICE-T Flotte wurde Ende Oktober auf der Strecke München – Nürnberg – Berlin ein Ersatz-Fahrplan eingerichtet. Der OB hatte damals noch Verständnis für die unbedingte Wahrung von Sicherheitsinteressen gezeigt. Dass jetzt aber für die über Augsburg und Ingolstadt verkehrenden ICE-T Züge Ersatzangebote eingerichtet werden, die ausschließlich über Ingolstadt fahren, nimmt der OB nicht hin und fordert Nachbesserungen ein. Schon deshalb, weil bereits mit der Inbetriebnahme der ICE-Strecke über Ingolstadt im Dezember 2006 die Verbindung von Augsburg nach Norden und in Richtung Berlin massiv beschnitten wurde. In einem Schreiben an den Bahnchef weist der OB auf Konsequenzen hin: sollte der mangelhafte Ersatzfahrplan nicht aufgehoben oder zumindest nachhaltig nachgebessert werden, werde es schwierig sein, verärgerte Fahrgäste zurück zu gewinnen. Dies könnte dazu führen, dass die jetzt ausgesetzten Verbindungen dauerhaft verloren gehen. „Jetzt ist die Solidarisierung und der Schulterschluss der gesamten Region gefragt, um für eine angemessene Direktanbindung Augsburgs und der Region an den Norden zu kämpfen. Nur große Geschütze beeindrucken die Bahn“, so der OB.

Bereits gestern hatte Claudia Roth, schwäbische Bundestagsabgeordnete von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, zur Streichung der Augsburg ICE-Anbindungen nach Norden erklärt, das Angebot der Bahn für die Augsburger, mit der Regionalbahn nach Nürnberg bzw. Ingolstadt zu fahren und dort in den ICE der Strecke München-Berlin zuzusteigen, sei blanker Hohn. Damit degradiere die Deutsche Bahn die drittgrößte Metropolregion Bayerns zur Provinzstadt.