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Donnerstag, 21.10.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

NS-Vergleich: CSU Augsburg fordert Entschuldigung

Die Äußerungen von Beate Schabert-Zeidler (Pro Augsburg) als Zeugin im Prozess gegen Tobias Schley (DAZ berichtete) sind heute Gegenstand zweier Sitzungen der Augsburger CSU. Aktuell tagt der Bezirksvorstand, später – am frühen Abend – der Fraktionsvorstand.

Beate Schabert-Zeidler

Beate Schabert-Zeidler


In einer heute zur Veröffentlichung freigege­benen Mail an CSU-Fraktionschef Bernd Kränzle und den CSU-Bezirksvorsitzenden Johannes Hintersberger fordert der stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbandes Augsburg-West Gerhard Schmid den Rücktritt von Beate Schabert-Zeidler als Fraktionsvorsitzende von Pro Augsburg. Andernfalls müsse die Koalition im Stadtrat aufgekündigt werden. Auch OB Dr. Kurt Gribl müsse sich offiziell äußern.

Diese harte Gangart ist offensichtlich in der Augsburger CSU nicht mehrheitsfähig. Für die „Entgleisung“ (Hintersberger) Schabert-Zeidlers werde man wohl nicht ihren Rücktritt als Fraktionsvorsitzende fordern, sondern zunächst eine lupenreine Entschuldigung erwarten. Entschuldigen solle sich Schabert-Zeidler allgemein bei der CSU und insbesondere bei Tobias Schley. Danach könne man sich mit Beate Schabert-Zeidler an einen Tisch setzen, um das weitere Vorgehen zu beraten. Einen Bruch der Regierungskoalition wolle man nicht „übers Knie brechen“, wie es aus informierten Kreisen hieß.

„Ich fände es angemessen und geboten, wenn dieses Thema auch vom OB im nächsten Stadtrat oder Ältestenrat aufgegriffen und aufgeklärt wird. Dann ist das Gerichtsverfahren wohl auch schon vorbei. Diese Auseinandersetzungen CSU/CSM/Pro Augsburg/Englet/Schley sind zunehmend auch für die Stadträte der linken Rathaushälfte und das Ansehen der Politik insgesamt eine Belastung“, so kommentiert Stefan Kiefer in seiner Eigenschaft als Fraktionsvorsitzender der Augsburger SPD die aktuelle Debatte.