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Freitag, 26.11.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

„Notwendigs Bedenckhen“

Historie: Buchpräsentation mit frühneuzeitlicher Musik

Prof. Dr. Christoph Becker

Prof. Dr. Christoph Becker


„‚Consvetvdines almae Reipublicae Augustanae‘ von Matthaeus Laimann und Georg Tradel mit ‚Notwendigs Bedenckhen‘ von Georg Tradel“, lautet der Titel eines vom Augsburger Rechtshistoriker Prof. Dr. Christoph Becker jüngst beim LIT Verlag herausgegebenen Bandes, der die kritischen Editionen zweier zentraler Handschriften zu den Augsburger Stadtrechtsreformbemühungen im 16. Jahrhundert versammelt. In festlichem Rahmen wird die Neuerscheinung am 13. Oktober um 19.30 Uhr in der Staats- und Stadtbibliothek vorgestellt. Das „Juridischen Ensemble“ umrahmt die Veranstaltung mit frühneuzeitlicher Musik, alle Interessierten sind eingeladen.

Im 16. Jahrhundert gab es in Augsburg – ähnlich wie in anderen Städten des Alten Reichs – Bestrebungen, das Stadtrecht aus dem Jahre 1276 zu reformieren. Die bis heute in der Augsburger Staats- und Stadtbibliothek bewahrten Entwürfe und Denkschriften bezeugen die frühneuzeitlichen Versuche, das mittelalterliche Rechtsbuch zu einem schlüssigen neuen Statutarrecht zu entwickeln. Ein endgültiger Beschluss zu einer Erneuerung des Stadtrechts gelang dem Augsburger Stadtrat bis zum Ende des Alten Reichs zwar nicht. Doch die hierfür erarbeiteten Konzepte belegen den jeweils erreichten Entwicklungsstand des Stadtrechts.

Zwei dieser Handschriften, die die Zeiten in der Staats- und Stadtbibliothek überdauert haben, wurden nun von Prof. Dr. Christoph Becker, Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht und Zivilverfahrensrecht, Römisches Recht und Europäische Privatrechtsgeschichte an der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg, ediert und zusammen mit einigen einleitenden Texten als Band 14 der „Augsburger Schriften zur Rechtsgeschichte“ beim LIT Verlag veröffentlicht. Bei den beiden Handschriften handelt es unter anderem um eine von dem reichsstädtischen Ratsadvokaten Dr. Georg Tradel (1530-1598) verfasste und mit „Notwendigs Bedenckhen“ überschriebene Denkschrift.

Bei der Präsentation dieser Edition am 13. Oktober 2009 in der Staats- und Stadtbibliothek wird neben Becker selbst auch Prof. Dr. Rolf Kießling, ehemaliger Inhaber des Augsburger Lehrstuhls für Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte, einführende Worte zur Geschichte Augsburgs zu Beginn der Frühen Neuzeit sprechen. Überdies werden von Becker betreute Doktorandinnen und Doktoranden, die sich einem stadtrechtshistorischen Thema gewidmet haben, aus ihren Forschungen berichten.