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Donnerstag, 23.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

“Noch 140 Tage – freut Euch”

SPD feiert ihren OB-Kandidaten auf der Lechhauser Kirchweih

Traditionell am letzten Tag der Lechhauser Kirchweih und musikalisch umrahmt vom Blasorchester Lechhausen beging die Augsburger SPD am gestrigen Sonntag ihren politischen Frühschoppen. Hauptredner war der SPD-Fraktionschef und Oberbürgermeisterkandidat Dr. Stefan Kiefer.

Von Bruno Stubenrauch

Frenetisch gefeiert: OB-Kandidat Stefan Kiefer mit Ehefrau Karin (Mitte) und Hüseyin Yalcin (mit Mikrofon) im Schaller-Festzelt

Nach der Begrüßung der Ehrengäste, darunter die frischge­backene SPD-Bundestags­abgeordnete Ulrike Bahr, durch den Vorsitzenden der SPD Lechhausen Hüseyin Yalcin, der auch das Kommunal­wahl­programm für den Stadtteil vorstellte, und einem Grußwort des Landtags­abge­ordneten Harald Güller betrat Stefan Kiefer unter großem Applaus die Bühne.

“Früher, als es noch keine Armbanduhren gab, haben Städte ihre Bürger mit einer großen öffentlichen Uhr beeindruckt, meist am Rathaus oder am Kirchturm. Augsburg hat jetzt wieder so eine Uhr. Sie steht am Königsplatz und zählt die Tage rückwärts bis zu dessen Eröffnung”, begann Kiefer seine Rede. 56 Tage zeige sie an und “Freut Euch”, das klinge wie Weihnachten. Aber die Uhr vertusche die Realität: “Eigentlich müsste sie anzeigen, wieviel Zeit vergangen ist, seit der Kö schon fertig sein könnte, nämlich 1500 Tage”. Oder dass viermal so viel Bäume gefällt worden und 30 Millionen Mehrkosten angefallen seien als bei der ursprünglich von der SPD angestoßenen und von der CSU bekämpften Planung.

Vieles lief intransparent am Stadtrat vorbei

"Die Bürger beeindrucken": Enthüllung der Countdown-Uhr am Kö

"Die Bürger beeindrucken": Enthüllung der Countdown-Uhr am Kö durch Baureferent Merkle und OB Kurt Gribl (Foto: projekt augsburg city)


Anschließend rechnete der SPD-OB-Kandidat mit der Stadtregierung ab, der er vor allem mangelnde Trans­parenz bei den Projekten unter ihrer Ägide vorwarf. Beispiele seien das geplante Asphaltmischwerk in Lechhausen, die Asyl­bewerber­­unter­kunft in der Ottostraße und das Curt-Frenzel-Eisstadion, die durch­gezogen worden seien, ohne dass der Stadtrat wirklich habe eingreifen können. Gerade das Eisstadion sei ein Parade­beispiel, wie man Dinge anders darstellen könne als sie seien. Aus einem ursprünglich für 16 Millionen vom Stadtrat bestellten Stadion sei ein Komplettumbau, ein “Schmuck­kästchen” für 32 Millionen geworden.

“Wer keine Verantwortung haben will, hat in der Politik nichts verloren”

“Wer trägt dafür die Verantwortung, wer hat die Umplanung veranlasst? Darauf bekamen wir keine Antwort, nicht vom Sportreferenten, nicht vom Baureferenten und nicht vom OB”. Peter Grab sage “Ihr wollt mir nur die Verantwortung zuschieben”, Gerd Merkle sage, “es ist gar nicht umgeplant worden” und Kurt Gribl behaupte, “es ist ja gar nicht teurer geworden”.

“Wer keine Verantwortung haben will, obwohl er sie hat, hat in der Politik nichts verloren”, so Kiefer. Alldem bei der im März 2014 anstehenden Kommunalwahl ein Ende bereiten könne nur die SPD. “Noch 140 Tage sind es bis dahin – freut Euch. Das sollte die Uhr am Königsplatz anzeigen”, so Kiefer, dessen 35-minütige Rede von der Zuhörerschaft in einem gut gefüllten Festzelt frenetisch gefeiert wurde.