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Freitag, 28.01.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

Musikalisch-dichterische Reise nach Arkadien

Mit Johann Wolfgang Goethe, dem Uli Fiedler Trio und der Schauspielerin Karla Andrä nach Italien zu reisen – was kann es in dieser Jahreszeit schöneres geben, wo doch nun wieder der Nebel vorherrschen soll. Der DAZ-Tipp für morgen also: In der Stadtbücherei das Programm „Auch ich in Arkadien“ anschauen.

Uli Fiedler, Josef Holzhauser, Karla Andrä und Stefan Holstein

Im vergangenen März schrieb die DAZ dazu: „Schon als Goethe 1786 am Gardasee ankommt, kann er sich vor Begeisterung kaum halten. Er findet sich in einer „ganz fremden Umgebung“, die sich wohl damals noch mehr vom in Deutschland Gewohnten unterschied als heutzutage: Die Türen hätten keine Schlösser, wundert sich der Dichter, die Scheiben keine Fenster, und das Leben spiele sich zum größten Teil auf den Gassen ab. Karla Andrä rezitiert Goethe teilweise durchaus pathetisch – und liegt damit richtig. Denn dessen Staunen gleicht dem eines Kindes mit offenem Mund, ein „Übergefühl des Daseins“ überkommt ihn, „kindisch“ sammelt er Muscheln am venezianischen Lido, im Gesang der Gondolieri hört er „etwas unglaubliches, bis zu Tränen rührendes.“ Und irgendwann merkt der Dichter, dass seine Kunst nicht ausreicht, all diese Eindrücke zu beschreiben: „Mir fehlen die Organe, das alles darzustellen“, notiert er, und, an anderer Stelle: „Man müsste mit tausend Griffeln schreiben – was soll hier eine Feder.“ Genau an dieser Stelle setzt das Konzept von „Text will Töne“ ein: Was Sprache nicht sagen kann, Musik kann es doch – sie kann ein paar der 999 Griffel ersetzen, die Goethe fehlen.“

Das Konzert am morgigen Donnerstag, 27. Oktober, beginnt um 20 Uhr in der Stadtbücherei. Eintritt (nur Abendkasse): zwölf Euro, ermäßigt sieben Euro. Kartenreservierung: christiane.hempel@augsburg.de oder telefonisch unter 0821 96611.

Die vollständige DAZ-Kritik vom vergangenen März zum Nachlesen:

» Goethe will Töne