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Dienstag, 10.12.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

DEL

“Münchens wahre Liebe … AEV” – Augsburger Panther deklassieren RB München

Die Augsburger Panther haben die Niederlagenserie in der DEL mit einem überzeugenden Sieg gegen Tabellenführer EHC Red Bull München beendet. Im zweiten Derby der Saison siegten die Panther vor 6179 Zuschauern im ausverkauftem Curt-Frenzel-Stadion dank einer disziplinierten Vorstellung und eines überragenden Powerplays  mit 5:2. Die Treffer für den AEV erzielten Sahir Gill (16.), Simon Sezemsky (23.), Adam Payerl (31., 37.) und Matt Fraser (40.). Für München war Mark Voakes (27., 57.) erfolgreich.

Siege gegen München schmecken nicht nur den Fans © sport-in-augsburg.de

Tray Tuomie vertraute dabei bis auf eine Ausnahme dem gleichen Team, das einen verdienten Zähler in Nürnberg ergattern konnte. Einzig Dennis Miller rückte für den verletzten Marco Sternheimer ins Lineup. Und die Panther machten gegen München dort weiter, wo sie bei den Ice Tigers aufgehört hatten. Immer wieder attackierten die Hausherren früh und kamen so durch Payerl auch zur ersten gefährlicheren Aktion des Spiels (3.). Wenig später versuchte es Scott Kosmachuk bei einem Konter zudem per Bauerntrick, brachte den Puck aber nicht im Tor der Münchner unter (4.).

Doch auch die Gäste suchten immer wieder den Weg nach vorne, so dass die Zuschauer eine sehr schnelle Partie zu Beginn zu sehen bekamen. Absolute Hochkaräter blieben jedoch aus – bis zur 16. Spielminute, als die Panther in Führung gingen.

Gill trifft zum 1:0

Gill attackierte tief im Münchner Drittel, erzwang einen Fehler, so dass der Puck bei Matt Fraser landete. Dessen Schuss landete am Pfosten, aber Gill stand goldrichtig und staubte zum 1:0 ab (16.). Es war gleichzeitig auch der Zwischenstand nach hochklassigen ersten 20 Minuten – und auch im zweiten Drittel sollten die Zuschauer nicht enttäuscht werden: Zunächst legten die Panther in Überzahl nach, als Drew LeBlanc querlegte und Sezemsky per Direktschuss unhaltbar für DEL-Debütant Daniel Fießinger im Münchner Tor einschoss (23.). Da Münchnens Nummer eins Danny aus den Birken wegen einer Knie-Operation mindestens bis Jahresende ausfällt und der erste Ersatzmann Kevin Reich am heutigen Sonntag wegen Krankheit passen musste, kam Fießinger als Nummer 3 zu seinem DEL-Debüt. Doch an ihm lag es nicht, dass der EHC unterging.

Der Vizemeister bewies nämlich kurz danach, dass sie ebenfalls im Powerplay treffen können. Die Scheibe lief gut und am Ende der langen Puckstafette verkürzte Voakes mit einem platzierten Schuss (27.).

Traumkombination im Powerplay zum 3:1

Doch danach spielten nur noch die Panther, weil München sich viel zu oft auf der Strafbank wiederfand. Und das Überzahlspiel des AEV funktionierte fast perfekt an diesem Nachmittag. Vor allem das 3:1 spielten die Panther ganz stark per Direktkombination heraus. Jakob Mayenschein legte auf Gill quer, der leitete sofort scharf weiter auf Payerl, der den Puck aus kürzester Distanz nur noch ins leere Tor schieben musste (31.). Auch die anderen Treffer konnten sich sehen lassen: Als der AEV für 88 Sekunden mit zwei Mann mehr agieren durften, dauerte es gerade einmal 11 Sekunden, als erneut Payerl auf Zuspiel von Drew LeBlanc traf (37.).

Doch die Panther hatten immer noch nicht genug und erhöhten kurz vor der zweiten Sirene sogar auf 5:1. Kosmachuk brachte die Scheibe von der blauen Linie scharf vors Tor, Fraser hielt den Schläger rein und Fießinger war erneut machtlos (40.).

Panther treffen auch Pfosten und Latte

Der Spitzenreiter war selbst mit diesem Ergebnis noch gut bedient, denn beim Stand von 3:1 fälschte Payerl einen Schuss von LeBlanc zwar stark ab, aber der Puck ging erst an den linken Innenpfosten, dann an den rechten Innenpfosten, überquerte die Linie aber nie (35.). Zudem traf David Stieler kurz vor dem Fraser-Treffer nur die Latte (39.). Doch auch mit der Vier-Tore-Führung konnten die Panther zufrieden ins dritte Drittel gehen und konzentrierten sich dort vornehmlich auf die Defensivarbeit. Mit Erfolg, denn Red Bull konnte sich lange im Grunde keinerlei Chancen erarbeiten.

Ergebniskosmetik durch Voakes

Erst in der Schlussphase hatte Chris Bourque vor den Augen seines Vaters Ray eine gute Chance, aber Keller parierte stark (55.). Voakes traf wenig später dann zwar noch – erneut in Überzahl, nachdem Miller eine Spieldauerdisziplinarstrafe kassierte – noch zum 5:2-Endstand (57.), aber der Sieg geriet nie in Gefahr.

Der AEV kann nun mit Rückenwind in die Partien bei der Düsseldorfer EG am Freitag und zwei Tage später gegen die Iserlohn Roosters zu Hause im Curt-Frenzel-Stadion gehen.