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Montag, 15.04.2024 - Jahrgang 16 - www.daz-augsburg.de

Modular Festival: Stadtjugendring im Feuer

Bezüglich des von der Stadt Augsburg mit 170.000 Euro unterstützte Modular Festival, das der Stadtjugendring (SJR) veranstaltet gibt es Ärger.

Der Stadtjugendring Augsburg plant offenbar eine Verkleinerung des Modular Festivals, ohne bisher davon die Stadt in Kenntnis gesetzt zu haben. Am heutigen Mittwoch wird  im Kulturausschuss dazu informiert und beraten. Vertreter der Stadtregierungsparteien zeigen sich irritiert.  “Letztes Jahr war das Modular Festival ausverkauft und war damit auch finanziell ein voller Erfolg. Veränderungen sind wichtig und gerade bei einem jugendkulturellen Festival notwendig. Das aktuelle Vorhaben des Stadtjugendrings, das Modular Festival zu verkleinern, irritiert uns dennoch in vielerlei Hinsicht: Bis heute liegt uns kein konkreter Bericht über die Konzeptveränderungen vor. Der Vertrag, der letztes Jahr zwischen SJR und dem Kulturreferat geschlossen wurde, beinhaltet eine deutliche Erhöhung des Zuschusses auf 170.000 Euro, eine konkrete Publikumszahl, drei Jahre Laufzeit und die Einhaltung des bisherigen Konzeptes. Damit wurde nochmal eine starke Handlungssicherheit vonseiten der Stadt gegeben. Durch die kommunizierten Verkleinerungspläne entstehen starke zeitliche, finanzielle und personelle Planungsunsicherheiten. Wir bedauern, dass der Stadtjugendring, dessen Arbeit auf Partizipation und Teilhabe basiert, keine adäquate Informationspolitik betreibt – weder gegenüber den eigenen engagierten Leuten, noch gegenüber dem Vertragspartner, noch gegenüber dem Stadtrat.”

Leo Dietz, CSU-Fraktionsvorsitzender kündigt gar Konsequenzen an: „Das Modular Festival ist ein vom Stadtjugendring entwickeltes Projekt. Wenn die Verantwortlichen als Veranstalter merken, dass aufgrund der gewachsenen Strukturen ureigene Aufgaben und Themen des Stadtjugendrings nicht mehr bedient und abgedeckt werden können, so muss hier gehandelt und aus den Erfahrungen die Konsequenzen gezogen werden. Dennoch muss gesagt werden: Die nicht vorhandene Informationspolitik bzw. die Art und Weise der Rückhaltung von Informationen ist nicht nur für alle Beteiligte sehr bedenkenswert, sondern vorallem gegenüber der Stadt als Zuschussgeberin mit jährlich 170.000 Euro ist dieses Vorgehen nicht akzeptabel. Auch wenn wir noch nicht wissen, welchen Inhalt der Bericht des Stadtjugendrings morgen im Kulturausschuss hat, so müssen nun trotzdem intensive Gespräche und Diskussionen folgen, wenn nicht sogar Konsequenzen.“

Dass für Modular 2024 weder Bandnamen bekannt seien, noch der Vorverkauf angelaufen sei, moniert die “Club&Kulturkommission” Augsburg. Der Verband von regionalen Kulturschaffenden schlug in einem Brandbrief Alarm: “Die Nichtexistenz eines Ticketvorverkaufs sowie eines Programms deuten auf ein Worst-Case-Szenario hin, also die denkbar schlechteste Variante.” Alle anderen Festivals in Süddeutschland – also die Konkurrenz im Buhlen um Bands – seien bereits viel weiter.

In der heutigen Kulturausschusssitzung soll nach Informationen der DAZ wegen der Höhe des Themas auch OB Eva Weber teilnehmen.