DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Sonntag, 05.12.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Medien: rätselhafter Deal zweier Dinos

Walter Kurt Schilffarth ist in Augsburg eine Institution. Seine Medienprodukte folgen den alten Regeln des Boulevards und erscheinen auf Papier. Diese Form des Journalismus kriselt in allen Städten der Welt. Tratsch und Fotos gibt es im Netz zuhauf, auch in Augsburg.

Möglicherweise hat das die Augsburger Anzeigenkundschaft lange Zeit nicht bemerkt, vielleicht hat sich Schilffarth aufgrund seiner fleißigen Werbe-Truppe so lange ungebrochen im gleichen Anzug halten können. Schilffarth bringt seit einem halben Jahrhundert ein Monatsmagazin (Augsburg Journal) heraus – das Mutterschiff des Verlages. Zusätzlich wird jeden Sonntag ein Ruderboot auf die Reise geschickt, also ein Papierblatt (Neue Sonntagspresse) in einer ungewollt antiken Machart. Dieses soll nun ein wenig von einem anderen Dino aufgefrischt werden, wie die Süddeutsche Zeitung berichtete. Es handelt sich dabei um einen rätselhaften Deal. Die kurze Meldung der Süddeutschen Zeitung „druckt“ die DAZ in voller Länge ab, damit der von Stefan Mayr recherchierte Inhalt auch in Augsburg eine angemessene Verbreitung findet:

„Augsburg – Die Mediengruppe Pressedruck, in der die Augsburger Allgemeine erscheint, arbeitet mit dem konkurrierenden Verleger Walter Kurt Schilffarth zusammen. Erste Berichte, wonach das Zeitungshaus Schilffarths Neue Sonntagspresse geschluckt habe, dementieren allerdings beide Seiten vehement. „Wir greifen Herrn Schilffarth bei der Neuorganisation der Neuen Sonntagspresse kurzfristig unter die Arme“, bestätigt Pressedruck-Sprecher Kai Löbert. Dies bedeute aber nicht, dass man sich an der Sonntagspresse beteilige. Vielmehr werde diese künftig von der Augsburg Journal GmbH herausgegeben, deren alleiniger Gesellschafter Schilffarth bleibe. Schilffarth bestätigt, dass er die „Neue Sonntagspresse GmbH & Co. KG“ an Pressedruck verkauft habe, aber nur aus „steuerlichen Gründen“. Sein Sonntagsblatt werde nach wie vor „absolut unabhängig und zu 100 Prozent“ von ihm verlegt.“