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Sonntag, 24.10.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Maximilianstraße: Baukunstbeirat verzichtet auf konkrete Vorschläge

Für den Beirat gibt es kein alle Einzelinteressen gleichermaßen befriedigendes Ergebnis

Der Ulrichsplatz – Gestaltungskonzept Stand November 2010

Der Baukunstbeirat der Stadt Augsburg berät den Stadtrat in städtebaulichen und baukünstlerischen Fragen, die für die Erhaltung oder weitere Gestaltung des Augsburger Stadtbilds von Bedeutung sind. Das 20-köpfige Gremium aus Architekten und bildenden Künstlern hat sich nun entschlossen, zum Bebauungsplan Nr. 470 „Beiderseits der Maximilianstraße“ keine inhaltliche Bewertung abzugeben. Das geht aus einer Stellungnahme vom 4. Mai 2011 hervor.

Nach Auffassung des Beirats ist nach zwei Wettbewerben, nach einer Planungswerkstatt „Innenstadt und Mobilität“, einer Expertenrunde „Architekturwerkstatt Maximilianstraße“ und nach einer Vielzahl von Beiträgen aus allen gesellschaftlichen Kreisen alles gesagt. Ein Vorhaben von so herausragender Bedeutung für die gesamte Stadtentwicklung wie die Umgestaltung der Maximilianstraße könne in der heutigen Zeit nicht mehr zu einem alle Einzelinteressen gleichermaßen befriedigenden Ergebnis gebracht werden.

Realisieren statt resignieren

Aus diesen Gründen hat sich der Baukunstbeirat entschlossen, anstatt einer inhaltlichen Bewertung eher grundsätzliche Aussagen zum Thema Städtebau und Stadtplanung ins Bebauungsplanverfahren einzubringen: Unabhängig davon, wer, wie und auf welchen Grundlagen plane, werde jede städtebauliche Planung von Projekten dieser Größenordnung zwangsläufig zu einer Vielzahl von Kompromissen führen. Diese hätten vor 25 Jahren anders ausgesehen als heute und würden in 25 Jahren wieder anders aussehen.

Stadtplanung müsse deshalb als permanenter Entwicklungsprozess begriffen werden, zwar sachkundig und mit Leidenschaft, aber auch in der Erkenntnis, keine absolut perfekte Lösung präsentieren zu können. Auf diese eine, „perfekte“ Lösung zu warten, hieße „einen in der Vergangenheit nie gekannten Stillstand“ in der unumgänglichen Entwicklung einer Stadt zu akzeptieren.

Maximilianstraße mit Fußgängermittelstreifen und zweireihiger Allee – Vision aus dem Jahr 1998 (Ideenwettbewerb “Kaisermeile”, 3. Preis)

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