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Samstag, 18.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Markus Weinzierl oder Tobias Schley?



v.l.n.r.: Thomas Schrank, Volker Ullrich, Tobias Schley, Horst Seehofer, Christian Ruck, Sarah Ableitner, Leo Dietz, Marion Ableitner, Hermann Weber, Markus Ferber (verdeckt), Kurt Gribl. Rückansicht von Claudia Haselmeier, Inge Zeilinger und Ingrid Fink.

Die Augsburger Rathauskoalition befindet sich in einer Krise. Die Augsburger CSU befindet sich in einer Krise und der FCA steht abgeschlagen am Tabellenende. Letzteres ist wirklich dramatisch. Auf dem gestrigen Presseball der Augsburger Allgemeinen war jedoch selbst davon wenig zu spüren. Das obige Foto ist jedoch kein Schnappschuss von gestern, sondern eine Momentaufnahme einer Plärrer-Sause aus dem Jahre 2009 – als die Welt in Augsburg noch in Ordnung war. Der FCA wurde von einem erfahrenen Übungsleiter trainiert und hatte mit Michael Thurk einen Spieler in seinen Reihen, der regelmäßig das Tor traf. Im Rathaus regierte eine halbwegs geordnete CSU im Verbund mit Pro Augsburg.

Und heute? Heute stellt sich die Koalitionsfrage. Am Montag darf man dann die Frage stellen, wer zuerst fliegt. Markus Weinzierl oder Tobias Schley? FCA-Trainer Weinzierl bleibt möglicherweise noch bis zum kommenden Wochenende im Amt. CSU-Stadtrat Schley wird bereits am Montag in München der Weg auf die Abflugschneise geebnet. Womit gesagt sein soll, dass man darauf wetten darf, dass Schley bei der CSU schneller fliegt als Weinzierl beim FCA. Über den Tag hinaus werden beide weiterhin das sein, was sie heute sind: Weinzierl Fußballtrainer und Schley Stadtrat.

Und die CSU? Die CSU will die Kommunalwahl 2014 zusammen mit ihrem OB gewinnen. Das geht nur mit einer Mannschaft, in der Kurt Gribl die Tore schießt. Die Fortsetzung des Koalitionsvertrags mit Pro Augsburg wäre dafür zwar keine Garantie, aber immerhin könnte man damit weiterhin die Illusion pflegen, dass es noch eine Regierungskoalition gibt. Koalitionen werden geschmiedet, um parlamentarische Mehrheiten für politische Inhalte zu garantieren. Es sollte sich herumgesprochen haben, dass den Vertragspartnern im Lauf der Zeit die Mehrheit abhanden gekommen ist. Womit sich die nächste Frage stellt: Welchen Sinn ergibt ein Koalitionsvertrag, bei einer “Koalition” ohne Mehrheit?