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Dienstag, 03.08.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Malen und komponieren gleichzeitig

Performance in H2 „Klanghalle“

Außergewöhnliches Konzert mit Hiroshi Matoba und Sadam Fujioka im H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast: Generative Kunst in Echtzeit – eine audiovisuelle Performance aus Japan

Wer Interesse hat an schicken und pfiffigen Sounds, Minimal und Pop Art sowie unidentifizierbaren und sonderbaren Dingen – der ist bei der audiovisuellen Performance von Hiroshi Matoba und Sadam Fujioka am Samstag, 26. Juni 2010 um 20 Uhr im H2 – Zentrum für Gegenwartskunst genau richtig: Die beiden japanischen Künstler Hiroshi Matoba und Sadam Fujioka arbeiten beide an der Schnittstelle zwischen bildender Kunst und Musik. Mit selbst entwickelter Software ist es ihnen möglich, gleichzeitig grafische Bilder und Musik zu kreieren und somit bei ihren Live-Performances in Echtzeit mit dem Computer und dessen vorgegebenen Möglichkeiten zu „spielen“. Das H2 präsentiert das zweite Konzert der Reihe „Klanghalle 2010“ in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Augsburg. Seit 2008 ist „Klanghalle“ Bestandteil des Konzeptes von Thomas Elsen im H2. Im Dialog von aktueller Kunst und Neuer Musik, von Raum und Klang, sollen separate Gattungen, die normalerweise nur getrennt voneinander existieren und wahrgenommen werden, in wechselseitiger Durchdringung neue Qualitäten des Wahrnehmens möglich machen.

Hiroshi Matoba erhielt für sein Musikperformance-Tool „Overbug“, mit dem sich Minimal und Dance Musik komponieren lassen, den „Transmediale-Preis 2009 Berlin.“ Hier ein Auszug aus der Begründung der Jury: „Durch die Wiederholung und Neuanordnung von Klangbildern, den so genannten ‘Bugsounds’, erzeugt das Programm komplexe, polyrhythmische Klänge. Wir fanden diese Arbeit erfrischend und amüsant, unterhaltsam und anregend. Der kreis- und schleifenförmige Ablauf hat einen poetischen Reiz. Die Bezugnahme auf die Zyklen der Zeit, der Natur und des menschlichen Lebens erinnern uns daran, dass es in der Natur der Dinge liegt, dass sie sich verändern, vergehen und wiederkehren, dadurch dass sich die Erde dreht.“

Sadam Fujioka bezeichnet die von ihm entwickelte Musik-Software „Cubie“ als einzigartige und schöpferische Interaktion, die auf der Idee von Puzzlespielen basiert. Die Software-Anwendung will das Problem von Laptop-Performances überwinden, bei denen das Publikum nicht die Kunstfertigkeit und dessen Echt-Zeit-Operationen erkennen kann, will aber gleichzeitig die Zufallskomponente von Live-Performances bewahren.

Termin: Samstag, 26. Juni 2010, 20 Uhr

Tickets: 15 Euro, ermäßigt 9 Euro, Kartenreservierung Kasse H2, Telefon: 324 4155.


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