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Montag, 26.07.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Lutzenberger bremst Motzko aus

Neue Stadtbücherei: Das neue Bibliothekskonzept für die Neue Stadtbücherei wird nicht von Meinhard Motzko zu Ende gebracht. Bücherei-Chef Manfred Lutzenberger betrachtet das Vertrauensverhältnis zwischen Belegschaft und Konzeptmacher Motzko als nicht mehr gegeben.

Meinhard Motzko (Foto: praxisinstitut.de)

Meinhard Motzko (Foto: praxisinstitut.de)

Das letzte Modul „Organisation und Führung“ wird, wenn es nach Lutzenberger gehen soll, von einem anderen Institut durchgeführt werden. Bücherei-Chef Lutzenberger sieht die Vertrauensbasis zwischen Motzko und Belegschaft als nicht mehr gegeben. Dies habe, so Lutzenberger, mit der öffentlichen Reaktion von Meinhard Motzko auf ein Interview Lutzenbergers in der Augsburger Allgemeinen zu tun. Der Prozess eines neuen Bibliothekskonzepts für die Neue Stadtbücherei wurde von dem Förderverein „Freunde der Stadtbücherei“ in Gang gesetzt. Dabei geht es um eine neue Zielgruppenorientierung (Schwerpunktsetzung Kinder und Jugendliche) sowie um eine wesentliche Stärkung der Zweigstellen.

Beschlossen wurde die Umsetzung des Motzko-Konzepts vom Stadtrat. Hintergrund der Vorgänge ist ein unveröffentlichter Lesebrief Motzkos an die Augsburger Allgemeine, der auch direkt an Lutzenberger ging. Die Kernkritik Motzkos: Lutzenberger solle nicht immer sagen, was nicht gehe, sondern solle sagen, womit er nun anfange. Lutzenberger sah sich zu zuletzt öfters dem Verdacht ausgesetzt, dass er bezüglich beschlossener Maßnahmen am Zurückschrauben sei. Meinhard Motzko hat seine „Kündigung“ zwar „geschockt“, wie er sich gegenüber der DAZ auf Anfrage äußerte, aber akzeptiert. „Vertrauen kann man nicht diskutieren“, so Motzko.