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Donnerstag, 23.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

ku.spo weiter im Brennpunkt

Die Grüne Stadtratsfraktion sieht weiterhin Erklärungsbedarf in Sachen ku.spo und forderte gestern Kultur- und Sportreferent Peter Grab auf, „endlich offenzulegen, welche Gelder bisher in das Projekt ku.spo geflossen sind.” Die Grünen vertreten dabei die Auffassung, dass der Kulturreferent die Mittel nach „Belieben“ vergebe.

Internetauftritt: Willkommen zu kultur&sport 2012

„Trotz mehrfachem Nachhaken konnte Herr Grab keine schlüssige Aufstellung vorlegen, was mit den eingesetzten Geldern passiert ist“, so die sportpolitische Sprecherin der Grünen, Martina Wild, die in den von Grab vorgelegten Listen viele Widersprüche erkannt haben will und moniert, dass man immer noch keine Antwort auf die Nachfragen erhalten habe. Es könne nicht nachvollzogen werden, was mit den Haushalts- und Sponsorenmitteln tatsächlich passiert sei.

„So sieht keine seriöse Mittelvergabe aus“

"Ein hoher Anteil wurde für Marketing ausgegeben": Stadträtin Martina Wild

"Ein hoher Anteil wurde für Marketing ausgegeben": Stadträtin Martina Wild


„In den Haushalten sind die städtischen Mittel komplett verbraucht. Im Gegensatz dazu hat Herr Grab in den Ausschüssen und beim Neujahrsempfang von Pro Augsburg verkündet, dass er so gut wie keine städtischen Gelder in Anspruch genommen, sondern das Projekt lediglich über die Sponsoren Stadtsparkasse und Stadtwerke finanziert habe.“ Im Nachtragshaushalt 2012 seien nun übertragene Restmittel an Sponsorengeldern in Höhe von 138.000 Euro als Einsparmasse des Kulturreferats verwendet worden, so Wild, die die Sponsorenmittel als zweckgebunde Mittel bewertet und kritisiert, dass immer noch nicht geklärt sei, welche Gelder nun wirklich für die Projekte verwendet worden seien. Erkennbar sei nur, dass ein hoher Anteil für Marketing ausgegeben wurde, so die Grüne Stadträtin. „Anders als Herr Grab uns weiß machen will, gehen die Mittel nicht direkt in die Projekte, sondern zu einem Drittel in die Organisation und Bewerbung der Dachmarke „ku.spo“. So sehe nach Auffassung von Wild keine seriöse Mittelvergabe aus.

„Und das wurmt jetzt offenbar“

Kulturreferent Peter Grab

"Professionelle Bewerbung gehört zum Gesamtkonzept": Kulturreferent Peter Grab


Peter Grab bezog auf Anfrage gegenüber der DAZ Stellung und erklärte, dass er den Grünen mitgeteilt habe, dass sein Referat aufgrund der angespannten Personalsituation nicht in dem gewünschten Zeitraum antworten könne. Grab wies die Schlussfolgerungen Wilds, dass die „Dachmarke“ ku.spo beworben werde, zurück: „Es trifft nicht zu, dass es bei den betreffenden Kosten um die Bewerbung der Dachmarke „ku.spo“ geht. Vielmehr geht es darum, die geförderten Projekte der Sportvereine, Schulen und Kulturinstitutionen zu bewerben. Die professionelle Bewerbung – zum Beispiel in einer AZ-Beilage – von Projekten wie „Tanz und Schule“, dem Gewaltpräventionsprojekt „Augsburg Calling“, des „Türkischen Kinderfests“ oder des „Hochhauslaufs“ gehört zum ku.spo-Gesamtkonzept“, so Grab. Der Kulturreferent betonte gegenüber der DAZ, dass dieses Projekt beworben werden müsse, damit den Vereinen, Institutionen und Schulen eine Plattform geboten werden könne, weshalb die Printmaterialien wie das ku.spo Magazin von großer Bedeutung seien.

Für Peter Grab existieren keine haushaltstechnischen Unstimmigkeiten: „Meine Mitarbeiter haben die Übersichten nach Maßgabe der vorliegenden Abrechnungen erstellt. Das Differenzieren der Grünen verschiedener Haushaltsstellen zu ein und demselben Projekt hilft nicht weiter und verwirrt nur. Fakt ist, dass mein Referat wunschgemäß eine transparente Übersicht über alle Projekte und Dienstleistungen erstellt hat und die Sponsoringmittel in voller Höhe ausgegeben wurden. Darüber hinaus auch städtische Mittel, jedoch nicht so viel wie die Grünen dachten. Und das wurmt jetzt offenbar.“