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Dienstag, 12.11.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

ku.spo: Projektleiterin Schubert steigt aus

Das umstrittene Pilotprojekt der Stadt Augsburg benötigt eine neue Projektleitung. Karin Schubert hat sich nach längerem Abwägen dafür entschieden, ihren Vertrag nicht zu verlängern.

Karin Schubert - Foto: Ralf Wilschewski

Karin Schubert - Foto: Ralf Wilschewski


Bereits am 6. November hat Frau Schubert Kultur- und Sportreferent Peter Grab davon unterrichtet, dass sie für die nächsten beiden Jahre nicht weiter zur Verfügung stehe. Schuberts Tätigkeit war für die gesamte Dauer des städtischen Pilotprojektes vorgesehen, ihr Werkvertrag mit der Stadt war jedoch auf ein Jahr befristet. Der Vertrag läuft noch bis zum Jahresende. „Die ersten Kontakte für meine Nachfolge sind laut Peter Grab bereits aufgenommen“, so Schubert gestern auf Nachfrage zur DAZ. Peter Grab war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Sie stehe nach wie vor zu dem Projekt, so Karin Schubert, „eine gute Idee“, die aber aufgrund der politischen Umstände für sie nicht mehr realisierbar sei. Ku.spo sei von Anfang an unter Beschuss gewesen. „Das Projekt war wohl von Beginn an nicht gewollt“, so Schubert, die die Maßnahme, die ku.spo-Eröffnungsgala im Schwimmbad zu streichen, als politische Entscheidung betrachtet, die dem gesamten Projekt schwer geschadet hat. „Ich wollte den Ball als Leuchtturm, als Auftaktsignal, denn so war abzusehen, dass wir im Nichts zerkleckern.“ Schubert und Grab konnten sich jedoch nicht gegen Kämmerer Hermann Weber durchsetzen, der im April die Auftaktgala in Zeiten einer sich ankündigenden Wirtschaftsdepression dem Rotstift opferte.

„Mittlerin zwischen Thema und Publikum“

„Mein Arbeitgeber ist der Bayerische Rundfunk“, so Schubert, und ku.spo sei als Nebenjob so nicht mehr machbar, da sich durch die Entwicklung des Projektes gezeigt habe, dass man immer mehr Arbeit investieren müsse. Es sei auch nicht absehbar, dass es in den kommenden beiden Jahren besser werde. Schließlich habe sie sich als BR-Moderatorin eine gewisse Reputation erarbeitet, die sie nicht gefährden möchte.

Für das ku.spo-Projekt und das Kultur-/Sportreferat ist der Ausstieg von Frau Schubert ein schwerer Verlust, der einen wichtigen Punkt des Gesamtkonzeptes in Frage stellt. In dem den Kultur- und Sportausschüssen vorgestellten Feinkonzept spielt die Person Karin Schuberts eine tragende Rolle: „Daneben wird das Projekt nicht nur nachhaltig für die städtischen Sport- und Freizeitanlagen werben, sondern auch über die Grenzen hinaus wahrgenommen werden – nicht zuletzt durch die Projektleiterin, die überregional im Kultur-, Sport-, und Medienbereich agiert.(…) Darüber hinaus soll nicht zuletzt durch die Person der Projektleiterin ein roter Faden durch das gesamte Projekt gezogen werden. (…) Aufgrund ihrer Erfahrung als Projektleiterin im Agenturbereich und der langjährigen Tätigkeit in Kultur und Sport ist sie Mittlerin zwischen Thema und Publikum. Als Projektleiterin und gleichzeitig Akteurin im Geschehen kann sie organisieren, informieren, vermitteln und neugierig machen.“

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