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Sonntag, 05.12.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Kulturzentrum: Kiefer bringt Prinz-Karl-Kaserne ins Spiel

„Popkultur braucht Räume – jetzt!“ Unter diesem Motto fand am Samstag eine Kundgebung mit Musikbeiträgen aus der Augsburger Subkulturszene auf dem Rathausplatz statt. Die Veranstalter wiesen auf die Notwendigkeit eines städtischen Kulturzentrums hin.

Knapp siebzig Demonstranten versammelten sich unterm Perlach, der hoch oben am Glockenturm mit passender Parole „geschmückt“ war. Die Vereine Karman, Weitwinkel, Awaka, DüV, Die Bunten, der Verein zur Förderung der Gegenkultur, die Initiative „Let there be Rock“ und das Augsburger Bildungsbündnis haben zu der Demonstration aufgerufen. Augsburg brauche jetzt eine Übergangslösung. Es stünden genügend große Gebäude zur Verfügung. Die Stadt solle einen solchen Bau sofort nutzbar machen, so die Forderungen der Initiatoren.

„Musikbegeisterte Veranstalter müssen in der Lage sein, ohne finanzielles Risiko spannende Bands in die Stadt holen zu können.“ Solche Bands, so der Sozialpädagoge Manfred Hörr, müssten derzeit in Königsbrunn und Neusäß spielen, weil dort die Infrastruktur vorhanden ist. Neben kostenlosen Übungsräumen für hiesige Bands, die aufgrund ihrer Altersstruktur nicht mehr auf dem Monitor des Stadtjugendrings oder anderen städtischen Jugendeinrichtungen erscheinen, forderten die Initiatoren „soziale Gastronomie“ sowie Räume für Lesungen und andere kulturelle Nischenangebote. Es gehe nicht nur darum, so Hörr, ausschließlich neue Entwicklungsorte für Jugendliche zu generieren. Interkulturelle Öffnung solle eine wichtige Rolle spielen. „Es geht um die Realisierung eines interkulturellen Bürgertreffs, um ein generationsübergreifendes Stadtteilzentrum und um ein Kulturzentrum“, so Hörr. Gerade für die Kreativen zwischen 20 und 30 besteht aus der Sicht der Intiatoren eine kommunale Förderlücke. Als denkbaren Realisierungsort für die Anliegen der Initiatoren brachte Stefan Kiefer (SPD) unlängst die Prinz-Karl-Kaserne ins Gespräch. Der Popkulturbeauftragte Richard Goerlich steht hinter diesem Konzept und will sich für die Realisierung der Forderungen stark machen.