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Mittwoch, 20.10.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Kulturausschuss: Freilichtbühne als GmbH?

Eine radikales “Diskussionspapier” zur Freilichtbühne wurde von Pro Augsburg am vergangenen Montag dem Kulturausschuss vorgelegt. Das Papier wurde vom Ausschuss mit den Gegenstimmen der Opposition zur öffentlichen Diskussion freigegeben.

Der Vorschlag sieht vor, die Freilichtbühne aus dem Stadttheater auszugliedern. Ein kommunaler Eigenbetrieb in Form einer GmbH “Augsburger Festspiele”, die pro Saison 25 bis 30 Vorstellungen in Eigenregie herauszubringen hätte, soll das betriebswirtschaftliche Fundament eines neuen künstlerischen Gesamtkonzeptes sein. Darüber hinaus könnten 15 Großveranstaltungen aller Genres akquiriert werden. Mit einer eigenen Intendanz ohne separates Ensemble solle, so Karl Heinz Englet, die Freilichtbühne wieder verstärkt für die kulturelle Bedeutung sorgen, die in den letzten Jahren ein wenig abhanden gekommen sei. Offensichtlich ist sich Pro Augsburg der kulturellen Sprengkraft seiner profund ausgearbeiteten Idee bewusst. “Kulturpolitischer Wille” ist, wie es im Thesenpapier heißt, Voraussetzung für die Realisierung. Mit den Gegenstimmen der Opposition, die pragmatische Einwände (Anwohnerklagen) und ideologisches Kulturverständnis dagegen hielt, wurde beschlossen, dass der Stadtrat bereits im April ein detailliertes Konzeptpapier zur Umsetzung in Auftrag geben soll.