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Montag, 06.12.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Kultur: Hermann Weber winkt mit dem Rotstift

Der Augsburger Finanzreferent hat den Rotstift gezückt und dabei einen scharfen Blick auf das Kulturreferat geworfen. Kürzungen sind bei der „Augsburger Festspiele GmbH“ und bei „KuSpo“ vorgesehen.

Baustelle Freilichtbühne

Baustelle Freilichtbühne


Wie aus einer Pressemitteilung der Augsburger Grünen hervorgeht, hat sich Finanzreferent Weber klar gegen die Gründung einer weiteren Gesellschaft mit städtischem Zuschussbedarf ausgesprochen. Das betrifft konkret das von Karl Heinz Englet (Pro Augsburg), Bernd Kränzle (CSU) und dem ehemaligen Intendanten des Stadttheaters Peter Baumgart entwickelte und im Kulturausschuss bereits vorgestellte Konzept zur Fortführung der Freilichtbühne mittels einer „Augsburger Festspiele GmbH“. Die dafür vorgesehenen 20.000 Euro zur Grundlagenermittlung möchte Weber angesichts der veränderten Haushaltsprognosen nicht bewilligen. Für die Grünen, die zusammen mit der SPD das Konzept im Kulturausschuss ablehnten, ist das eine richtige Maßnahme, da man sich angesichts der finanziellen Situation zunächst um organisatorische und wirtschaftliche Verbesserungsmöglichkeiten im Bereich Theater und Freilichtbühne kümmern müsse.

KuSpo in der Kritik



Kein gutes Haar lässt der Fraktionsvorsitzende der Grünen Reiner Erben an der von Peter Grab initiierten Veranstaltungsreihe „Kultur und Sport“. Da nun Detailplanungen und der Finanzierungsplan vorliegen, distanzieren sich die Grünen prinzipiell von dem Gesamtkonzept: „Die im Detail vorgestellte Veranstaltungsreihe KuSpo verbindet nette Veranstaltungen miteinander ohne ein qualitätsvolles nachhaltiges Konzept. Dies führt weder dazu, dass mehr Menschen und vor allem mehr Kinder und Jugendliche wirklich an Kultur und Sport herangeführt werden, noch trägt es dazu bei, dass städtische Gelder – gerade in der Finanzkrise – nachhaltig eingesetzt werden.“ Deshalb schließen sich die Grünen der Forderung von Finanzreferent Weber an, der in seinem Schreiben an die Ausschussmitglieder darum bittet, dass „sich dieser Sommernachtsball entweder selbst trägt oder aus dem Programm genommen wird“. Gemeint ist das Kernstück von KuSpo, die Galaveranstaltung im „festlich illuminierten“ Familienbad. Dieser Sommernachtsball ist mit 41.552 Euro veranschlagt, während, so die Grünen in ihrer gestrigen Pressemitteilung, „für Schulen und Vereine demgegenüber gerade einmal 20.000 Euro zur Verfügung stehen.“

Grab kämpft

Von den Initiatoren der Festspiele GmbH wird kein großer Widerstand zu erwarten sein, da Bernd Kränzle davon ausgeht, dass dieser Gedanke noch ein wenig Zeit braucht. Kulturreferent Peter Grab wird sich bezüglich der angedachten Streichung der Mittel für den Sommernachtsball wehren, wie diese Woche im Sportausschuss zu vernehmen war. Man dürfe nicht nur die Ausgabenseite sehen, so Grab. Auf der Einnahmenseite würden mindestens 17.000 Euro Eintrittsgelder stehen. Außerdem dürfe man nicht eine Einzelveranstaltung über Kostenargumente aus einem Gesamtkonzept kegeln.