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Sonntag, 25.07.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Kosten: Punktlandung beim Kö

Unter vier Prozent Kostensteigerung gab es laut Stadt und Stadtwerken beim Umbau des Königsplatzes, der am morgigen Sonntag eröffnet wird.

Großbaustelle Königsplatz – Foto vom Juli 2013

Das ist das Ergebnis eines Berichts, den die Stadtwerke und Baureferent Gerd Merkle am Donnerstag den Stadträten im Bauausschuss erstatteten. Demnach investierten die Stadtwerke insgesamt 35,8 Millionen Euro in den Königsplatz, die Wendeschleife am Theater und in den Theodor-Heuss-Platz und die Stadt Augsburg weitere 26,8 Millionen, gesamt also knapp 63 Millionen. Davon gehen rund 24,1 Millionen an Zuschüssen nach GVFG (Gemeinde­verkehrs­finanzierungs­gesetz), FAG (Finanz­ausgleichs­gesetz) und aus Städtebau­fördermitteln ab, was einem Anteil von 38,5 Prozent entspricht.

Bis zur Gesamtfertigstellung auch der Fuggerstraße, dem eigentlichen “Augsburg-Boulevard”, rechnet die Stadt mit weiteren 6,1 Mio. Baukosten und im Gegenzug mit weiteren 3,2 Millionen an Fördermitteln. Sowohl der Vertreter der Stadtwerke als auch der Baureferent verglichen ihre Kosten mit den Schätzungen, kamen übereinstimmend auf +3,7 Prozent Abweichung und sprachen von einer Punktlandung, auch terminlich.

Städtische Gesamtkosten bei 22 Millionen

Baureferent Gerd Merkle rechnete auch die Gesamtkosten vor, die die Stadt Augsburg bis zur Fertigstellung der Fuggerstraße und der Freianlagen am Kennedyplatz zu tragen hat und kam auf rund 32,9 Millionen. Davon abzuziehen seien 10,8 Millionen Fördermittel aus GVFG/FAG und Städtebau­förderung, so dass eine Gesamtbelastung der Stadt aus der Maßnahme “Königsplatz und Augsburg-Boulevard” von 22 Millionen verbleibe, so Merkle.

Diese Berechnung war für Stadträtin Eva Leipprand (Grüne) nicht nachvollziehbar. Sie setzte den von Gerd Merkle genannten Kosten von gut 32 Millionen die Summe von 22 Millionen entgegen, die in der Beschlussvorlage zum Bebauungsplan 500 “Königsplatz und Augsburg-Boulevard” aus dem Jahr 2010 unter der Rubrik “Finanzielle Auswirkungen” als Gesamtkosten genannt war, und sprach von einer Kostensteigerung von 10 Millionen.

“Mehr Freude über das Erreichte zeigen”

Auch das Beispiel des Baureferenten, jeder private Bauherr würde bei der Entscheidung, den Umbau seines denkmal­geschützten Hauses anzugehen, selbstverständlich die Zuschüsse der Denkmalpflege in seine Gesamtkosten­berechnung einbeziehen, überzeugte Eva Leipprand nicht. Während Gerd Merkle sich keine “zehn Millionen Mehrkosten” vorwerfen lassen wollte, blieb die Grüne Stadträtin bei ihrer Sichtweise. Weitere Zweifel an den Kosten für den Kö streute Stefan Quarg (SPD), der die Aufstellung aus dem Baureferat als nicht vollständig bezeichnete.

Letztlich war es Sieghard Schramm (SPD), der die Debatte, in der sich kein Konsens abzeichnen wollte, beendete. Angesichts der Fertigstellung des Königsplatzes mit seiner überragenden Bedeutung für die gesamte Stadt Augsburg und die Region “sollten wir mehr Freude über das Erreichte zeigen”. Beim Curt-Frenzel-Stadion sei ein höherer Betrag nur für eine kleine Nutzergruppe ausgegeben worden.

Kostenbericht zum Königsplatz und Augsburg-Boulevard

(Grafik zum Vergrößern anklicken)