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Montag, 08.08.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

Komödie: Stadtrat vertagt Projektbeschluss für Ersatzspielstätte

Eine Reihe ungeklärter Punkte verhinderte gestern im Stadtrat den Projektbeschluss für den Container, der ab Oktober 2010 auf dem Parkplatz nördlich des Theaters stehen und die Komödie als Spielstätte ersetzen soll.

Die geplante temporäre Spielstätte beim Theater

Die geplante temporäre Spielstätte beim Theater


Bürgermeister Peter Grab bat um Verständnis, dass es nicht möglich gewesen sei, in den drei Wochen seit dem Grundsatzbeschluss für den Container eine „einem Projetkbeschluss angemessene Vorlage“ zu erstellen. Unter anderem konnte noch nicht geklärt werden, ob die Ersatzspielstätte neben einem Kauf auch auf Leasingbasis beschafft werden kann. Trotz erster Gespräche mit Regierungspräsident Scheufele sei die rechtliche Einschätzung einer Förderung schwierig und noch nicht abgeschlossen. Auch die Belastbarkeit der vorläufig ermittelten Kosten von rund 5 Millionen stehe in Frage.

Sowohl Peter Grab als auch Baureferent Gerd Merkle empfahlen deshalb die Fortführung der Planungsleistungen bis zur Eingabeplanung, um darauf basierend im Januar 2010 zu einem Projektbeschluss zu kommen. Die weitere Planung solle dem Hamburger Theaterarchitekten Jörg Friedrich, der bereits das Gutachten zur Generalsanierung des Theaters erstellt hat, übertragen werden. Auf Basis dieser Planung solle eine Ausschreibung der Bauleistungen erfolgen. Bezüglich der Gestaltung zeigte sich der Baureferent offen: Man habe zwar Container einer Münchner Firma besichtigt, das bedeute aber keine Vorfestlegung. Denkbar sei eine Fassadengestaltung mit textiler Bespannung, Bedruckung oder auch mit Licht.

Keine Zeitverzögerung

Andreas Jäckel (CSU) wies darauf hin, dass der Stadtrat sich in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht dem Vorwurf aussetzen dürfe, man hätte den erstbesten, möglicherweise zu teuren Vorschlag umgesetzt. Er begrüßte die geplante Ausschreibung nach Vergaberichtlinien und dass es auch ohne einen heutigen Projektbeschluss ohne Zeitverzögerung weitergehe.

Weder Grab noch Merkle stellten gestern die Fertigstellung der Ersatzspielstätte bis Oktober 2010 in Frage. OB Kurt Gribl vermied es jedoch, eine Termingarantie für das Bauvorhaben abzugeben. „Garantieren kann ich nur die Geschwindigkeit“, beantwortete er eine Nachfrage von SPD-Stadtrat Karl-Heinz Schneider.

Grundsätzliche Bedenken gegen die Containerlösung als Ersatzspielstätte äußerte erneut Karl Heinz Englet (Pro Augsburg). Englet schlug – wie bereits vor drei Wochen beim Grundsatzbeschluss – vor, keine Interimslösung zu errichten, sondern sofort mit dem Bau der endgültigen zweiten Spielstätte zu beginnen und in der Zwischenzeit das Gögginger Kurhaus mit zu nutzen, fand dafür aber nicht einmal in den Reihen der eigenen Fraktion Zustimmung.

Der Stadtrat beschloss einstimmig die Bereitstellung von 150.000 Euro außerplanmäßiger Ausgabemittel, um sofort die weiteren Planungsleistungen beauftragen zu können.