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Dienstag, 19.11.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

Kommunalwahl: Grüne nominieren Martina Wild als OB-Kandidatin

Am 26. Juni um 20.44 Uhr war es so weit. Auch die Grünen hatten nach langem Hin und Her ihre Hoffnungsträgerin für die anstehende Kommunalwahl gekürt. Am Ende ihrer Bewerbungsrede für das höchste politische Amt dieser Stadt machte sich auf der Nominierungsversammlung im Foyer der Augsburger Stadtbücherei Euphorie breit.

Von Udo Legner

Martina Wild Foto: Udo Legner

Martina Wild Foto: Udo Legner

Diese Euphorie war nicht nur dem Ergebnis geschuldet. Von den nur 60 abgegebenen gültigen Stimmen entfielen bei der Nominierungsversammlung 55 Ja-Stimmen auf die 42-jährige Martina Wild. In einem Redemarathon listete die Grüne Kandidatin alles auf, was sich in Augsburg unter einer Grünen Oberbürgermeisterin so alles ändern würde. Die dreifache Mutter versprach eine Oberbürgermeisterin für alle Augsburger zu sein: für Jung und Alt, für Arm und Reich und für die Bürger und Bürgerinnen im Bärenkeller genau mindestens so viel Herz zu haben wie für die Bewohner und Bewohnerinnen des Bismarckviertels.

Besonders viel Platz nahm bei der siegesgewissen Kandidatin eine konsequente Klima- und nachhaltige Verkehrspolitik ein. „Je früher, desto besser“ wolle sie Augsburg klimaneutral machen und sie bekannte sich zu der Vision einer autofreien Augsburger Innenstadt. Martina Wild zitierte am Ende ihrer Bewerbungsrede Altbundeskanzler Helmut Schmidt, der Visionäre bekanntlich zum Arzt schicken wollte. „Ich will mit meinen Vorstellungen für Augsburg nicht zum Arzt gehen – sondern ins Oberbürgermeisteramt“, so Wild. „Dazu habe ich jede Menge Energie, dafür habe ich einen Plan, dafür habe ich die Kompetenz und darauf habe ich Lust.“ Wild beschränkte sich in ihrer Rede auf Grüne Kernthemen wie Verkehrs- Bildungs-, Kultur-, Klima- und Umweltpolitik.

Viel Beifall und mehrfache Standing Ovations bei den Mitgliedern dieser Nominierungsversammlung standen für Aufbruchsstimmung und  Siegeshoffnung für den kommenden Kommunalwahlkampf, der mit der Schüleraktion „Friday for Future“ längst begonnen hat und kaum besser für die Grünen laufen könnte.

„Geschlossen, kreativ und kämpferisch“ wolle man den Wahlkampf gestalten. „Wir haben eine einzigartige Chance, wie es sie bisher nicht gab. Lasst die uns gemeinsam nutzen“, waren die Schlussworte von Martina Wild, mit denen sie ihre Partei in den Wahlkampf und „into the Wild“ schickte.