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Sonntag, 19.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Kommentar in Sachen Maskenpflicht für Radler: Mit der gefundenen Lösung können wir leben

Warum die Stadtregierung eine gute Lösung für Radler gefunden hat

Von Dr. Arne Schäffler

Hunderte Radfahrer haben gegen die erweiterte Maskenpflicht für Radler protestiert. Sie hätte in Augsburg weite Teile der Innenstadt für Radfahrer mit Brille unbefahrbar gemacht. War das Ernst gemeint?

Zunächst einmal ja! Die Stadtregierung angeführt von der Oberbürgereisterin Eva Weber verteidigte die wissenschaftlich unsinnigen und sicherheitstechnisch gefährlichen Maßnahme in einem Facebook-Post zum 1. Januar. Sie kündigte ihre Rücknahme, wenn „die Infektionszahlen zurückgehen“ und die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung aufgehoben wird. Also im April, im Oktober oder eventuell auch erst im Juni 2022 soll alles wieder gut werden?

Diese Vertröstung auf den Sankt-Nimmerleinstag haben Augsburgs Radlerinnen und Radler nicht akzeptiert. Und das war gut so. Die Presse hat sachlich berichtet und die Stadtregierung musste sich in Bewegung setzen und mit der Landesregierung in München eine Lösung verhandeln.

Danke dafür! Denn mit der jetzt gefundenen Regelung können wir Radler leben. Die jetzt noch geltende Maskenpflicht in Fußgängerzonen und auf mit Fußgängern geteilten Radwegen ist plausibel. Das allerwichtigste aber: Sie behindert nicht mehr das Radeln auf den größeren Straßen in und durch die Innenstadt.

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Arne Schäffler

Arne Schäffler ist Mitglied im Vorstandsteam des Augsburger ADFC. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club ist die größte Lobbyorganisation für Radfahrer in Deutschland mit insgesamt über 185.000 Mitgliedern. Deutschlandweit ist der ADFC in 450 Niederlassungen aktiv, der Regionalverband Augsburg und Region wird von 1600 Mitgliedern getragen.