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Donnerstag, 04.06.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

Kö-Abstimmung: Doppel-Nein von der Grünen Jugend

Am 21. November stehen der Vorschlag des Stadtrates mit sofortigem Königsplatzumbau und “vorsorglicher Entlastungsstraße” und der Vorschlag der Bürgerinitiative zum Bau eines Tunnels zur Wahl. Die Grüne Jugend Augsburg und Umgebung spricht sich gegen beide Vorschläge aus.



Der Bau einer “vorsorglichen Entlastungsstraße” bedeute, dass zu Zeiten erhöhtem Verkehrsaufkommens die geplante Fußgängerzone des autofreien Königsplatz zur Durchfahrtsstraße umfunktioniert wird, so Jonas Mattejat, Sprecher der Grünen Jugend gestern in einer Pressemitteilung: “Wie häufig und zu welchen Zeiten dies geschehen wird, ist bisher nicht abzusehen und endet schlimmstenfalls in einer Dauerdurchfahrt, was dem Ende der Fußgängerzone gleichkommt”.

“Unrealistisch kurze Darstellung der Zufahrtsrampen”

Das größere Übel für die Grüne Jugend ist jedoch der Tunnel, der “viel zu teuer” sei und die Fördermittel für den Hauptbahnhofsumbau gefährde. Damit würde eine Mehrbelastung der Augsburger Finanzen um viele Millionen Euro entstehen. Der Umbau des Königsplatzes und des Hauptbahnhofes sowie der Neubau der Linie 5 würden sich auf Jahre verschieben, was die Durchführung dieser Projekte direkt bedrohe. Der Bau eines Tunnels mit den dazu nötigen Zufahrtsrampen mache den Umbau des Kö zu einem modernen, fußgängerfreundlichen Gleisdreieck gemäß derzeitiger Planung unmöglich.

Weiter bemängelt die Grüne Jugend die “unrealistisch kurze” Darstellung der Zufahrtsrampen auf den Werbematerialien des Bürgerbegehrens: “Dies verhindert, dass sich die Wähler ein realistisches Bild von den enormen Ausmaßen für die Augsburger Innenstadt machen können”. Bei der Stichfrage empfiehlt die Grüne Jugend, den Stadtratsvorschlag zur “Entlastungsstraße” als das “kleinere Übel” anzukreuzen.