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Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

Klaviertriospuren beim Mozartfest: Heimspiel für Augsburger Stars

Die Augsburger Musiker Sarah Christian und Maximilian Hornung verleihen dem Mozartfest  gemeinsam mit dem Pianisten Fabian Müller einen kammermusikalischen Höhepunkt

Foto: Sarah Christian und Maximilian Hornung (c) Christian Menkel

Foto: Sarah Christian und Maximilian Hornung (c) Christian Menkel


Von Halrun Reinholz

Diesmal war der Kleine Goldene Saal hoffnungslos ausverkauft. Sarah Christian und Maximilian Hornung sind in Augsburg gern gesehene Gäste mit Heimvorteil, denn sie haben international Karriere gemacht. Beim diesjährigen Mozartfest wirken sie nicht nur auf der Bühne mit. Das Mini-Kammermusikfestival „Freistil“ (noch ein Festival im Festival!) haben sie auch konzeptionell mit gestaltet. Drei außergewöhnliche Abende mit Kammermusik – einmal mit Klaviertrio, einmal mit Streichquintett und der dritte Teil ganz experimentell mit Nachtmusik in der Mahagonibar („Celloclubbing“).

Vor dem Klaviertrio-Abend im Kleinen Goldenen Saal stellte Festivalleiter Simon Pickel dieses Konzept vor und führte in das Programm ein. Sarah Christian (Violine) und Maximilian Hornung (Cello) hatten ihren ebenfalls mehrfach preisgekrönten Pianisten-Kollegen Fabian Müller für den Trio-Abend gewinnen können. Das Programm begann mit dem Klaviertrio C-Dur von Joseph Haydn, den Sarah Christian als den (musikalischen) „Vater“ Mozarts empfindet. Dem humorvollen Klassiker folgte das Klaviertrio c-moll von Mendelssohn-Bartholdy, dem „Mozart des 19. Jahrhunderts“. Der romantische Fluss und die Leidenschaftlichkeit der Komposition kam bei den drei Musikern besonders eindrucksvoll zur Geltung.

Nach der Pause ein erneuter Szenenwechsel: Arnold Schönbergs „Verklärte Nacht“ in der Fassung für Klaviertrio. Ein noch weitgehend tonales Stück des Komponisten, der die Spuren seiner Vorgänger ins 20. Jahrhundert transportiert hat, ausdrucksstark und poetisch. Der Bogen von der Wiener Klassik zur Moderne wurde an diesen drei Beispielen deutlich gezogen, wenn auch Mozart selbst nicht vorkam. Eindrucksvoll war aber vor allem die Ausführung durch die drei hochprofessionellen, in spielerischer Freude interagierenden Musiker. Keine Frage, dass es beim Augsburger Publikum (in dem sicherlich auch Verwandte und Weggefährten der beiden Augsburger saßen) Jubelrufe und stehende Ovationen gab.

Ein Glück, dass sich die beiden Stars noch mit Augsburg verbunden fühlen und hier immer wieder auftreten. Am Nachmittag vor dem Trio-Abend hatte Sarah Christian auch im Rahmen des Festivals  ihre neue CD (gemeinsam mit der Pianistin Lilit Gregoryan) im Rokokosaal der Regierung von Schwaben vorgestellt. Sonaten von Schubert und Prokofiew spielten die beiden.

Was sie speziell mit Mozart verbindet, verriet die Künstlerin in einem Interview: Sie hat am gleichen Tag Geburtstag. Wenn das kein Omen ist.



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