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Montag, 29.11.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Jugendamt bekommt 13 neue Mitarbeiter

Die Stadtregierung hat dem überlasteten Jugendamt ab 1. Juli 2010 dreizehn zusätzliche Stellen zugesagt. Die dafür notwendigen 800.000 Euro werden laut OB Kurt Gribl an anderer Stelle eingespart.

Im Auftrag der Stadt hatte das Organisationsamt eine umfassende Untersuchung durchgeführt, der Bericht des Amtes trug dramatische Züge: „Wenn im Amt für Kinder, Jugend und Familie nicht zusätzlich 13 Personalstellen geschaffen werden, kann es nicht mehr seine gesetzlichen Aufgaben erfüllen.“ Sozialreferent Max Weinkamm schlug darauf hin Alarm und setzte die Stadtregierung unter Druck – mit Unterstützung von AZ-Lokalchef Alfred Schmidt: „Wenn das aus Kostengründen nicht geht, ist es ein Skandal.“

Miriam Gruß


In die gleiche Richtung äußerte sich die familienpolitische Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Miriam Gruß. Gruß brachte am Dienstagnachmittag ihr Unverständnis zum Ausdruck, dass angesichts der steigenden Fälle von Kindesvernachlässigung die Ausgaben für die Kinder- und Jugendhilfe stagnieren oder gar gekürzt werden sollen. Es sei, so Gruß, die ebenfalls dem Augsburger FDP-Kreisverband vorsteht, schwer verständlich, wenn man gerade beim Kindeswohl spare. „Kindeswohl muss oberste Priorität haben“, so Gruß, die in einem Brief an OB Gribl und Kämmerer Hermann Weber diese Forderung noch einmal deutlich gemacht hat.

„Die Referentenrunde hat den 13 neuen Stellen zugestimmt“

Nun habe, so wird Gribl von der Augsburger Allgemeinen zitiert, die Referentenrunde den erforderlichen 13 neuen Stellen zugestimmt. Die 800.000 Euro sollen „durch die Hoffnung“ (Weinkamm) kompensiert werden, dass durch die zusätzlichen Mitarbeiter die Heimkosten gesenkt werden könnten. Die Hoffnung besteht darin, dass mehr Problemkinder frühzeitiger ausfindig gemacht und rechtzeitiger betreut werden könnten, wodurch eventuell ambulante Betreuung ausreichen könnte, wie Weinkamm von der Augsburger Allgemeinen zitiert wird. Da die Heimkosten 3.600 Euro im Monat betragen würden, eine ambulante Behandlung dagegen nur 800 Euro, ergebe sich die Hoffnung auf Kostensenkung durch die Personalaufstockung im Jugendamt.