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Dienstag, 14.06.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

Irrsinnig, witzig und irrwitzig

„die.hammerling“ kommen am Freitag in die Stadtbücherei

Duo zu dritt: die.hammerling

Duo zu dritt: die.hammerling


Früher hieß das Duo Fritz Moßhammer und Erwin Rehling „hammerling“. Gemeinsam entlockten sie althergebrachten wie genial neu erfundenen Instrumenten irrsinnige, witzige und irrwitzige Musik mit erstaunlichem Erfindungsreichtum in zärtlich-intimen Interaktionen – das ist spaßig, hochmusikalisch, spannend und intensiv. Rehling spielt auf seinem kreativ genutzten Schlagzeuginventar, erweitert um Steinspiel, Kuhglocken und manches mehr, ebenso viel Rhythmus wie Melodie, und manchmal ist nicht klar zu entscheiden, welches Elemente nun mehr gemeint ist. Moßhammer bläst dazu das Alphorn, die Posaune, die Taschentrompete, flötet aber auch in und aus der Fujara oder gar einer Muschel. Das alles wäre kreativ, originell, umwerfend und hinreißend genug, könnte man meinen.

Doch in den letzten Jahren hat sich noch eine Dritte ins Duo hineingespielt: Michaela Dietl. Deshalb heißen die „hammerling“ jetzt „die.hammerling“ – ein kleiner Unterschied mit weitreichenden Folgen. Denn die Dietl spielt nicht nur Akkordeon in ausdrucks- und facettenreichster Manier, sondern singt auch dazu und bringt mit einer ganze Menge neuer Ideen die Musik noch mehr ins wohlige Schleudern, aber und auch ins nachdenkliche Grübeln – und mit ihr ist es noch schwieriger geworden, „die.hammerling“ zu beschreiben. Verstehen kann man das nur beim Hören – entweder man kauft sich umgehend die CD „Zug“, bei der Michaela Dietl noch als Gast auftrat und hammerling daher noch hammerling hieß, oder den Silberling, der anschließend kam und „Hommage an die verlorenen Sprachen“ getauft wurde. Ooooooder man geht am Freitag in die Stadtbücherei und hört sich diese Hommage mit eigenen Ohren und live an – das Festivals der 1000 Töne bringt die.hammerling endlich mal wieder nach Augsburg. Wer’s überraschend mag, wer gerne Neues hört und sich von Klang, Humor und skurrilen Wendungen verzaubern lassen möchte, ist hier richtig. Dialektfan muss man nicht sein, auch wenn die „Hommage an die verlorenen Sprachen“ sich eifrigst im nicht nur musikalischen Dialekten übt – Kitsch und Volkstümelei ist dem Trio mehr als fremd, dafür sind seine Mitglieder viel zu echt.

die.hammerling: Freitag, 4. November, 20.00 Uhr in der Neuen Stadtbücherei. Karten bei den üblichen Vorverkaufsstellen, in der Kresslesmühle und an der Abendkasse, Eintritt: 15 €.