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Montag, 02.08.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Irritationen bei Pro Augsburg, Erleichterung bei Englet

Karl Heinz Englet (Pro Augsburg) hat mit seiner Kritik an Kulturreferent Grab und an der Fraktionsvorsitzenden Beate Schabert-Zeidler für Aufregung gesorgt und durch sein Coming-Out in der DAZ einem seit geraumer Zeit schwelenden „stillen“ Konflikt innerhalb der Fraktion Pro Augsburg den Status der „Krise“ (Schabert-Zeidler) verpasst.

Gegenüber der Augsburger Allgemeinen erklärte Karl Heinz Englet gestern, dass er nach seiner geäußerten Kritik an Beate Schabert-Zeidler und Peter Grab erleichtert sei. Die Fraktion und der Vorstand von Pro Augsburg hat auf die kritischen Äußerungen Englets mit einer Presseerklärung reagiert. Nico Kummer, Rolf Harzmann, Werner Lorbeer und Rudolf Holzapfel zeigten sich über Englets Alleingang irritiert und bedauerten seine Aussagen im Namen der Fraktion und des Vorstands.

Karl Heinz Englet

Karl Heinz Englet


Wie bei Pro Augsburg mit der Krise weiter verfahren wird, war gestern Abend nicht in Erfahrung zu bringen. Mit Sanktionen gegen Englet ist wohl nicht zu rechnen, obwohl der ehemalige Leistungssportler, der kürzlich seinen siebzigsten Geburtstag feierte, die Pro Augsburg-Spitze mit seiner scharfen Schelte offensichtlich schwer irritiert hat. Der „bemerkbare Erschöpfungszustand“ Englets wurde in der gestrigen Pressemitteilung Pro Augsburgs als möglicher Grund für Englets Äußerungen angeführt. Gleichzeitig wurde dem streitbaren Stadtrat ein kaum verstecktes Angebot zur Handreichung gemacht: „Die Fraktion PRO AUGSBURG pflegt einen offenen Diskussionsstil der Stadträte untereinander und mit der Vereinsführung! Diese ist in die wichtigsten Entscheidungen involviert. Dabei kann nicht immer Konsens herrschen, das wird auch respektiert.“ Ob der in der Augsburger Stadtgesellschaft aufgrund seiner Offenheit und Ehrlichkeit hoch angesehene Stadtrat Englet in der Fraktion noch einmal zu einem Neustart bereit ist, gehört nun zu der dringlichsten Frage, die der Juniorpartner der Regierungskoalition in der Sommerpause zu klären hat.