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Mittwoch, 26.02.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

Integrationsbeirat stellt sich neu auf

Im ersten Halbjahr 2017 konstituiert sich der neue Beirat für Integration, Migration und Aussiedlerfragen der Stadt Augsburg (Integrationsbeirat). Seine Amtszeit beträgt vier Jahre. Ab sofort und bis 3. März 2017 können sich engagierte und fachkundige Augsburgerinnen und Augsburger als Mitglied im Beirat bewerben.

Tugay Cogal Foto: Thorsten Frank

Tugay Cogal: Gewählt und umstritten, wie alle Vorsitzenden des Integrationsbeirats. Foto: Thorsten Frank


Das Gremium des Augsburger Integrationsbeirats blickt auf eine über 40-jährige Geschichte zurück: Kaum Einfluss ausübend und keine Impulse setzend, so ließen sich die teilweise chaotischen Verhältnisse in der zurückliegenden Zeit beschreiben, in der dieses Gremium immer wieder für Partikular-Interessen instrumentalisiert wurde. Bis heute haben sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen stetig verändert und nun will der Augsburger Integrationsreferent Reiner Erben das wirkungslose Durcheinander zu einem sinnvollen Instrument der Integration verwandeln, indem er Arbeitsweise und Zusammensetzung des Gremiums neu strukturiert.

Deshalb hat eine Arbeitsgruppe unter Federführung des Büros für Migration, Interkultur und Vielfalt in einem mehrmonatigen Prozess ein Konzept entworfen, das der Stadtrat Mitte vergangenen Jahres – mit geringen Änderungen – als neue Satzung für den Integrationsbeirat beschlossen hat. „Es ist ein großer Vertrauensbeweis, dass die Entscheidung des Stadtrates einstimmig erfolgt ist. Mit der neuen Struktur des Beirats bilden wir die Wirklichkeit in unserer vielkulturellen Stadtgesellschaft ab“, so Reiner Erben.

Bewerbung statt Wahlurne

Die neue Satzung des Integrationsbeirats sieht keine Urwahl mehr vor. Stattdessen sind alle engagierten und fachlich kompetenten Augsburger mit und ohne Migrationshintergrund aufgerufen, sich aktiv als Mitglied des Integrationsbeirats zu bewerben. Für die 30 Mitglieder zählt damit die Fachkunde und nicht mehr die persönliche Zuwanderungserfahrung.

„Damit beschreitet Augsburg bundesweit Neuland. Wir sind sehr gespannt, ob die in Augsburg entwickelte Idee trägt“, so Dr. Margret Spohn vom Büro für Migration, Interkultur und Vielfalt, zu deren Aufgabenbereich auch die Geschäftsstelle des Integrationsbeirats gehört. „Wenn alles so läuft, wie wir uns das wünschen, könnte dies ein Modell auch für andere Städte werden“, so Dr. Spohn.

Engere Vernetzung mit der Stadtpolitik

Neu ist die Einrichtung einer Stadtratskommission. Ihr gehören Mitglieder jeder Stadtratsfraktion oder Ausschussgemeinschaft und der Vorstand des Integrationsbeirats an. Die Kommission  wird die Arbeit des Integrationsbeirats inhaltlich begleiten und Empfehlungen an Stadtrat und Verwaltung abgeben. Vor allem soll sie Stadtrat und Beirat besser vernetzen.

Basisarbeit im neuen Vereinsparlament

Auch aus den Vereinen kommen immer wieder wertvolle Anregungen für die Arbeit des Integrationsbeirats, dies geschieht aber oft eher zufällig. Um diesen Austausch zu verbessern wird ein Vereinsparlament eingerichtet, das grundsätzlich für alle Augsburger Vereine offen ist, die an den Aufgabenstellungen des Integrationsbeirats mitwirken möchten.

Um das neue Konzept auf möglichst breiter Basis bekannt zu machen und für den neuen Beirat zu werben, wird das Büro für Migration, Interkultur und Vielfalt gemeinsam mit dem noch amtierenden Integrationsbeirat und mit Unterstützung des zuständigen Referenten in den nächsten Wochen zahlreiche Vereine und Initiativen besuchen. Einrichtungen, Vereine oder Initiativen, die Interesse an einer Vorstellung des neuen Konzepts haben, können sich mit Robert Vogl, Geschäftsführer des Integrationsbeirats (Tel. 0821 324 2816 oder mobil unter 0163 324 22 73) in Verbindung setzen. Weiterführende Informationen gibt es unter www.augsburg.de/integrationsbeirat