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Dienstag, 07.12.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

IHK Schwaben: Kurzarbeit erfolgreiches Instrument

Die IHK Schwaben hat eine Blitzumfrage zur Kurzarbeit bei Unternehmen im Regierungsbezirk getätigt. Das wichtigsten Erkenntnisse daraus: Der Höhepunkt der Kurzarbeit scheint erreicht zu sein und Kurzarbeit hilft Entlassungen zu vermeiden.

In Schwaben wird zurzeit in knapp einem Drittel der Unternehmen kurz gearbeitet. Dass nur weitere vier Prozent planen, dieses arbeitsmarktpolitische Instrument demnächst einzusetzen, wird als Zeichen gewertet, dass der Höhepunkt der Kurzarbeit erreicht ist. Die gute Botschaft der Umfrage ist: Über 80 Prozent der schon kurzarbeitenden Betriebe sind der Überzeugung, dass sie einen Beschäftigungsabbau größtenteils bis vollständig verhindern können.

Erfreulich ist darüber hinaus, dass für 64 Prozent der befragten Unternehmen Kurzarbeit kein Thema ist. Sie sehen zum einen keine wirtschaftliche Notwendigkeit dazu oder sie haben flexible Arbeitszeitmodelle zur Hand, mit denen sie konjunkturelle Einbrüche ausgleichen können. Für manche Unternehmen wie Banken und Einzelhandel ist sie auch einfach nicht das geeignete Mittel zur Überbrückung von Krisensituationen.

Unbürokratische Handhabung – Meist nur Teil der Beschäftigten betroffen

Dort wo Kurzarbeit eingesetzt wird, sind die Unternehmen mit dem Verfahren von Antragsstellung bis –abwicklung und –umsetzung in hohem Maße mit der Agentur für Arbeit zufrieden. Die schnelle, unbürokratische und flexible Handhabung wird vielfach gelobt und die individuelle und kompetente Betreuung hervorgehoben. Als Begründung, warum in ihrem Unternehmen nicht kurz gearbeitet wird, gaben lediglich 7 Prozent einen zu hohen bürokratischen Aufwand an.

Wie die Umfrage des Weiteren ergab, ist in den meisten Betrieben nur ein Teil der Beschäftigten und nur ein Teil der Arbeitszeit von der Kurzarbeit betroffen. In vier von fünf Betrieben liegt der Anteil von Kurzarbeit bei unter 50 Prozent, davon wiederum in 44 Prozent sogar unter einem Viertel, so dass der Arbeitsausfall bei über zwei Dritteln der Beschäftigten in den betroffenen Betrieben bei unter 25 Prozent liegt. Lediglich sechs der befragten Betriebe meldeten alle Beschäftigten in Kurzarbeit und fünf, dass der Arbeitsausfall 100 Prozent betrage. Die Phase der Kurzarbeit wird in den Betrieben auch als Möglichkeit für Qualifizierungsmaßnahmen gesehen und von 50 Prozent bereits entsprechend genutzt.

Trotz Entlassungen erfolgreiches Mittel zur Überbrückung der Konjunkturflaute

Obwohl noch abgewartet werden muss, ob die Betriebe die derzeit Kurzarbeit haben, ihre Beschäftigten werden halten können, ist eine überwiegende Mehrheit von 80 Prozent in dieser Hinsicht zuversichtlich und hält diese für ein erfolgreiches Mittel zur Überbrückung der Konjunkturflaute. 15 Prozent meinen, dass Kurzarbeit nur zu einem geringen Teil den Abbau von Beschäftigten verhindern kann und vier Prozent gehen davon aus dass sie selbst dadurch Entlassungen nicht vermeiden können werden. Aus diesem Grunde muss auch in der zweiten Jahreshälfte 2009 mit Beschäftigungsabbau gerechnet werden, allerdings wohl in verringertem Ausmaß als bislang befürchtet.

So sahen die Beschäftigungspläne im Frühjahr aus:

IHK Schwaben – Frühjahrsumfrage 2009 (Grafik zum Vergrößern anklicken)