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Donnerstag, 23.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Hoeneß zu Haftstrafe verurteilt

Der Präsident der FC Bayern Uli Hoeneß ist heute wegen Steuerhinterziehung von einem Münchner Landgericht zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden.

Das Gericht blieb damit unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die fünf Jahre und sechs Monate Haft gefordert hatte. Hoeneß habe kriminelle Energie an den Tag gelegt, so Staatsanwalt Achim von Engel. Die Selbstanzeige des 62-Jährigen sei unwirksam, weil die notwendigen Unterlagen zunächst lückenhaft gewesen und dann zu spät eingereicht worden sind. Das Verfahren gegen den ehemaligen Fußballweltmeister und ehemaligen Manager des FC Bayern München ist das spektakulärste Steuerverfahren der Nachkriegsgeschichte. Hoeneß’ Steuerschuld wurde erst im Laufe des Prozesses auf 27,2 Millionen Euro festgelegt. In Haft genommen wurde Hoeneß aber nicht. Die Verteidung hat Revision angekündigt. Hoeneß bleibt deshalb auch trotz seiner Verurteilung zunächst auf freiem Fuß. Wie Gerichtssprecherin Andrea Titz mitteilte, wird der bestehende Haftbefehl zwar aufrecht erhalten, bleibt aber auch weiterhin außer Vollzug gesetzt. “Um die Begleichung der Steuerschuld kommt Hoeneß aber in keinem Fall herum. Im Fall einer endgültigen Verurteilung kämen zu der tatsächlichen Schadenssumme in Höhe von rund 30 Millionen Euro noch jährliche Zinsen von sechs Prozent hinzu. In diesem Fall müsste der Bayern-Manager um die 50 Millionen Euro nachzahlen”, so die ZEIT online. Sollte das Verfahren doch noch eingestellt werden. dann würden Zinsen von elf Prozent pro Jahr geltend gemacht und die Steuerschuld würde sich auf rund 70 Millionen Euro erhöhen.