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Montag, 22.11.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Helligkeit in vielen Schichten

Christine Metz in der Galerie Evasion

Von Frank Heindl

Seit vergangenem Freitag zeigt die Galerie „Evasion“ in der Altstadt Bilder von Christine Metz. Unter dem Titel „Nachts ist es immer so hell“ stellt die Malerin Werke aus, die in Acryltechnik und durch teilweise mehrfache Übermalungen entstanden sind.

The Disappearance of Yellow - Christine Merz lässt ältere Arbeiten unter neuen Erfahrungen verschwinden

The Disappearance of Yellow - Christine Metz lässt ältere Arbeiten unter neuen Erfahrungen verschwinden


Diese Technik sieht die Künstlerin als stark prozessorientiert: Ein Bild sei nie ganz fertig, betont sie, der Schaffensprozess werde oftmals zu einem schmerzhafter Vorgang: „Übermalen tut oft sehr weh“, aber es sei eine Methode, sich weiterzuentwickeln, immer wieder von Vorstellungen Abschied zu nehmen, neue Erfahrungen und Veränderungen in neue Werke zu transformieren: „Man muss dazu manchmal auch zerstören“, sagt die Künstlerin. Der Ausstellungstitel bezieht sich auf Eintragungen in einem Traumtagebuch der Künstlerin – für die direkte Interpretation ihrer Arbeiten ist dieser Hinweis wohl wenig hilfreich, zeigt aber, dass sie ihre Inspiration auch im Unterbewussten sucht, dort, wo nächtliche Träume erhellende Erfahrungen ins Bewusstsein rücken können.

Blaue Sonne - ein Hauch von Klimt durchweht ein Puzzle aus leuchtenden Farben

Blaue Sonne - ein Hauch von Klimt durchweht ein Puzzle aus leuchtenden Farben


Aus beidem zusammen – der Maltechnik und der Inspirationsquelle – entstehen bei Christine Metz Werke, die in beiderlei Hinsicht vielschichtig sind. Die Übermaltechnik in Acryl ist nämlich transparent: Sie lässt – mal nur andeutungsweise und schemenhaft, mal deutlich durchscheinend – das Übermalte weiterhin zur Geltung kommen, löscht es nicht aus, sondern zeigt seine anhaltende Präsenz im Hintergrund. So entstehen Bilder wie „The Disappearance of Yellow“, bei dem man den Prozesse des „Verschwindens“ einer Farbe geradezu beobachten kann, Ein anderes Beispiel ist „White & other noises“ – eine Arbeit, in der das Weiß zwar bestrebt ist, sich Platz zu verschaffen, in dem es aber trotzdem nicht lärmend auftritt, sondern einen braun-orangenem Hintergrund durchscheinen lässt, der die Farbe sanft abzutönen scheint. Dass die durchgängig abstrakten Bilder – alle in den letzten beiden Jahren entstanden – trotz kräftiger Farben stets leicht, geradezu schwerelos wirken, dass sie optimistische Helligkeit auszustrahlen scheinen, ist eine weitere faszinierende Besonderheit. Die vielen englischsprachigen Titel führt die Künstlerin übrigens auf die Tatsache zurück, dass sie Jahr für Jahr längere Zeit in den USA verbringt.

„Nachts ist es immer hell“ – Bilder von Christine Metz. In der Galerie Evasion, Am Schwall/Ecke Findelgässchen 7, Tel. 5084140. Die Ausstellung dauert bis zum 27. September. Öffnungszeiten Montag bis Mittwoch und Freitag 17-22 Uhr, Sonntag 14-20 Uhr.

» www.atelier-evasion.de

» www.cmetz.de