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Montag, 04.10.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Hammerschmiede: Tempo 30 bleibt – vorerst

Geschwindigkeitsbeschränkung in der Neuburger Straße wird verlängert

Mindestens bis ins kommende Frühjahr bleibt den Bürgern des nordöstlichen Stadtteils Hammerschmiede die Geschwin­dig­keits­beschränkung auf 30 km/h in der Neuburger Straße erhalten. Dies ist das Ergebnis der Beratungen im Bauaus­schuss am gestrigen Donnerstag.

Die gesamte Neuburger Straße in der Hammerschmiede ist derzeit auf 30 km/h beschränkt

Die gesamte Neuburger Straße in der Hammerschmiede ist derzeit auf 30 km/h beschränkt


Lokale Medien hatten bereits das baldige Ende des Tempo­limits angekündigt, nachdem der Vorschlag des Tiefbauamts zur Aufhebung der versuchs­weisen Beschränkung bekannt geworden war. Eingeführt worden war die Geschwin­digkeits­begrenzung im August 2011 auf Anregung der ARGE Hammerschmiede e.V., einem Zusammen­schluss der lokalen Vereine des Stadtteils, die sich davon einen Rückgang des Durchgangs­verkehrs im Stadtteil versprochen hatte.

Die Maßnahme sei allerdings von den Bürgern überwiegend negativ aufgenommen worden, so das Tiefbauamt in der Beschluss­vorlage. Auch sei die erhoffte Verkehrs­reduzierung nicht eingetreten. Verkehrs­zählungen in der Neuburger Straße hätten nur eine Reduzierung um 4% (Richtung Norden) bzw. 10% (Richtung Süden) ergeben.

Befürworter melden sich zu Wort

“Seit in der Presse zu lesen war, dass das Tempolimit aufgehoben wird, hat sich allerdings eine Vielzahl von Bürgern telefonisch für die Beibehaltung ausgesprochen”, räumte Baureferent Gerd Merkle in der gestrigen Sitzung ein.

Auch im Ausschuss tendierte man in diese Richtung. Zwar sei kaum eine Verkehrs­reduzierung eingetreten, aber es gehe auch um Lärmreduzierung, so Rolf Rieblinger (nCSM) und Peter Uhl (CSU) übereinstimmend. Klaus Kirchner (SPD) kündigte an, energisch für die Beibehaltung des Tempolimits eintreten zu wollen: Fahrzeuge aus Seitenstraßen, speziell Linksabbieger, hätten damit die Chance, in die Neuburger Straße einzubiegen, ohne andere zum Abbremsen zu zwingen, was früher fast nicht möglich gewesen sei. “Das bißchen, was man tun kann, wieder rückgängig zu machen, halte ich nicht für richtig”, so Kirchner.

Vorschläge der ARGE Hammerschmiede werden abgewartet

Der im Vorstand der ARGE Hammerschmiede aktive Peter Uhl bedankte sich im Namen des Vereins bei der Stadtverwaltung für die Durchführung des Versuchs zur Verkehrs­reduzierung in der Neuburger Straße. Nächste Woche habe man eine Vorstands­sitzung, in der ein eigener Vorschlag der ARGE vorgestellt werden soll. Geplant sei außerdem eine mehrwöchige Meinungsbildung mit Öffentlich­keits­arbeit. Er bitte deshalb um vier bis sechs Wochen Aufschub.

Zweiter Bürgermeister Hermann Weber (nCSM), der die Sitzung leitete, schlug daraufhin dem Ausschuss vor, Tempo 30 vorerst fortzuführen, bis sich die ARGE Hammerschmiede geäußert habe, wobei man dieser Zeit bis Jahresende einräumen sollte. Das Thema solle dann im Frühjahr wieder auf die Tagesordnung des Bauausschusses gesetzt werden. Webers Vorschlag wurde einstimmig angenommen.