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Montag, 20.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Grüne: Maskenpflicht überall auf dem Fahrrad zu verhängen, wäre übertrieben gewesen

Nachdem die Stadt Augsburg ihre Maskenpflicht-Zone neu definierte, dürfen nun Radler auf Radwegen und Straßen ohne Maske fahren. Die erste politische Verlautbarung dazu gab es von Eva Weber, nun meldet sich die Fraktion der Grünen zu Wort.

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Die Stadt Augsburg wollte ursprünglich keine Maskenpflicht für den Radverkehr. Allerdings sieht die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung des Freistaats Bayern keine Ausnahme für Fahrradfahrer vor. Seit Jahresanfang galt daher die Maskenpflicht in Augsburg auch auf dem Rad. Die von der bayerischen Verordnung genannte Kriterien, wonach dort eine Maske zu tragen sei, wo sich „(…) Menschen (…) auf engem Raum (…) aufhalten“ treffe aber, so die Grünen, auf den Fahrradverkehr an vielen Orten nicht zu.

Schließlich würden dort, wo  eigene Radwege oder Radspuren genutzt werden, nahezu keine Begegnungen im Nahbereich stattfinden. Die für Corona zuständigen Personen in der schwarz-grünen Stadtregierung, darunter Gesundheitsreferent Reiner Erben (Grüne) und Ordnungsreferent Frank Pintsch (CSU), haben sich dieser Problematik nun angenommen und eine in diesem Punkt überarbeitete städtische Allgemeinverfügung herausgegeben, so die Grüne Fraktion in einem Statement am heutigen Sonntag.

Die Maskenpflicht auf dem Rad gilt künftig nur noch dort, wo sich der Radverkehr langsam bewegt und es zu häufigen Kontakten mit den Fußgängerinnen und Fußgängern kommt. Dies ist in für den Radverkehr freigegebenen Fußgängerzonen, in verkehrsberuhigten Bereichen und auf gemeinsamen Geh- und Radwegen der Fall. Auf Radspuren im Fahrbahnbereich und auf getrennten Rad- und Gehwegen muss hingegen keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden.

Dr. Deniz Anan, mobilitätspolitischer Sprecher der Stadtratsfraktion, erklärt hierzu: „Die Maskenpflicht überall auf dem Fahrrad zu verhängen, wäre übertrieben gewesen. Ich freue ich außerordentlich, dass der Wunsch der Grünen nach Anpassung dieser Regelungen so schnell erfüllt werden konnte.” Verena von Mutius-Bartholy, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende, ergänzt: „Die neue Regelung ist sinnvoll und bringt Infektionsschutz und Verkehrssicherheit ins Gleichgewicht.”