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Samstag, 23.10.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

GRÜNE: Frauen verdienen 100 Prozent

Die Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen wirbt zum diesjährigen Internationalen Frauentag am 8. März für die überfällige Gleichstellung von Frauen und Männern und macht dabei insbesondere auf die immer noch eklatanten Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen aufmerksam.

Martina Wild, stellvertretende Fraktionsvorsitzende, erklärt zu den eklatanten Lohnunterschieden zwischen Männern und Frauen: “Frauen in Deutschland erhalten auch bei gleichwertiger Arbeit immer noch rund 23 Prozent weniger Einkommen als Männer. Die Arbeit von Frauen ist aber 100 Prozent wert!” Das müsse sich endlich auch bei den Einkommen widerspiegeln. Das Ziel der Lohngleichheit wurde bereits vor 50 Jahren bei der Gründung der EU festgeschrieben. Erreicht ist sie noch in keinem Land Europas. Deutschland liegt nach einer neuen europäischen Studie nach wie vor auf einem der letzen Plätze in Europa.

“Keine Frauen in der Referentenriege”

Stadträtin Martina Wild


Bei der Stadt Augsburg gibt es entsprechend dem Bayerischen Gleichstellungsgesetz ein Gleichstellungskonzept, das 2004 zum dritten Mal fortgeschrieben wurde. Wichtige Schwerpunkte: Geschlechtsspezifische Personalsituation in den einzelnen Referaten, Frauen in Führungspositionen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dennoch gilt nach wie vor für die Stadtverwaltung Augsburg: Je höher die Position, desto dünner wird die Luft für Frauen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

“In der Referentenriege der CSU-/Pro Augsburg-Stadtregierung gibt es überhaupt keine Frauen. Wir haben keine Bürgermeisterin. Und es gibt nur eine einzige Amtsleiterin”, so Martina Wild in einer gestrigen Pressemitteilung der Grünen. An Ersterem sind die Grünen freilich nicht unschuldig. Bei der Schulreferentenwahl im Juni vergangenen Jahres hatte man dem von OB Kurt Gribl favorisierten Frauentandem aus Claudia Eberle (CSU) und der parteilosen Rektorin Alexandra Brumann die Stimmen verweigert und statt dessen Hermann Köhler ins Amt geholfen. Der CSU-Mann gewann mit Hilfe der Opposition die Wahl mit 30:29 Stimmen.