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Donnerstag, 16.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Grüne fordern Konzept für städtische Kulturförderung

Am kommenden Montag werden von Peter Grab in einer Sondersitzung des Kulturausschusses neue Sparvorschläge im Kulturbereich bekannt gegeben. Treffen könnte es einige kleine und renommierte städtische Projekte. Vorauseilend hat die Stadtratsfraktion der Augsburger Grünen ein „abgestimmtes Konzept für die zukünftige Ausrichtung städtischer Kulturförderung“ gefordert.

Für die Freien Wähler im Kulturausschuss: Rose-Marie Kranzfelder-Poth

"Ohne Konzept und Begründung." Kulturausschuss der Stadt Augsburg. Im Vordergrund: Rose-Marie Kranzfelder-Poth.


Ein wichtiger Schwerpunkt der städtischer Kulturförderung sei die Förderung von Augsburger Künstler  durch den Kunstförderpreis und durch einen Topf, der dem Kulturamt für individuelle Förderung zur Verfügung zu stehen habe, so Verena von Mutius, kulturpolitische Sprecherin der Grünen. Es sei nicht akzeptabel, dass mit dem LAB 30 Festival ein seit 10 Jahren bestehendes konzeptionell ausgereiftes und überregional wirkendes Kulturereignis gekippt werden solle, um 20.000 Euro einzusparen, während für das Brecht-Festival ohne konzeptionelle Grundlage eine Verlängerung beschlossen werden soll, die den Stadtsäckel jährlich mit mindestens 120.000 Euro belasten würde.

“Es ist fatal, bestimmte Festivals ohne Konzept zu verlängern”

Es dürfe nicht darum gehen, dass ein Festival gegen ein anderes ausgespielt werde, so der Grüne Fraktionschef Reiner Erben, der dafür plädiert, dass angesichts der  knappen Finanzmittel in der Praxis umsetzbare Prioritäten gesetzt werden sollten. – „Jetzt zu beschließen und damit das Signal zu geben, dass bestimmte Festivals ohne Konzept einfach mal verlängert werden, ist fatal“, so Erben. Gemeint ist damit das Brecht-Festival, für dessen Fortsetzung sich unlängst der Kulturausschuss ohne Konzept und Begründung  positioniert hat. Aus der Sicht der Grünen müssten, um eine sachliche Diskussion führen zu können, differenzierte Konzepte vorgelegt und langfristige Vorstellungen entwickelt werden. Es müsse deutlich gemacht werden, wohin sich die städtische Kulturlandschaft entwickeln solle.