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Samstag, 22.01.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

Grenzgänger zwischen Bildender Kunst und experimenteller Musik

Der diesjährige Auftakt der Reihe „KLANGHALLE – Neue Musik im H2“ steht ganz im Zeichen der Wechselwirkung zwischen Musik und Bildender Kunst. Am 16. Juni wird Sebstian Giussani in der Ausstellung „Silent Spaces – Räume der Stille“ im Augsburger Glaspalast einen sinnlich wahrnehmbaren Zusammenhang zwischen experimenteller Musik und Bildender Kunst herstellen.

Sebastian Giussani

Sebastian Giussani


Der 1974 in Wertingen geborene gelernte Bildhauer Sebastian Giussani ist insbesondere in Augsburgs experimenteller Musikszene präsent und durch Auftritte beim Kunstlabor LAB 30, der „Echokammer“ und durch die von ihm iniziierten „Elektrokonferenzen“ bekannt. 2008 wurde er mit dem Kunstförderpreis der Stadt Augsburg 2008 ausgezeichnet (die DAZ berichtete). In München organisierte er Konzerte in der Akademie der Bildenden Künste, und arbeitet zusammen mit dem „Institut für Leistungsabfall und Kontemplation“. Dessen Gründer und Leiter, M. Krejci, über Giussani: „Die Arbeiten Sebastian Giussanis entspringen weniger einer konzeptionellen Strenge, als vielmehr einer spielerischen und experimentellen Herangehensweise und sind jeweils auf bestimmte ausstellungsbedingte Voraussetzungen gerichtet. Musikalisches, Performance, Installation und – teilweise als Destillat eines Arbeitsprozesses – Skulpturen, sind Ergebnisse seiner Arbeit.“

„Neuerungen im Klanglichen“

Hermann Pitz, Giussanis ehemaliger Lehrer an der Münchner Kunstakademie, umreißt seine Sonderstellung zwischen Bildender Kunst und experimenteller Musik so: „Giussani hat sich bewusst gegen das Konservatorium entschieden und für die Bildende Kunst. Diese ist für ihn eher geeignet als die kanonisierte Musikwelt, Neuerungen im Klanglichen zu ermöglichen. Giussani hat kontinuierlich in dem, was er Konzert nennt, Künstler, Musiker und Elektroniker zusammengebracht. Sie bilden eine Klangskulptur im Konzert, im Dialog oder im Konflikt aus.“

Die Reihe „KLANGHALLE 09“ wird kuratiert von Wolfram Oettl und ist eine Veranstaltung der Kunstsammlungen und Museen Augsburg. Die im vergangenen Jahr initiierte Reihe KLANGHALLE ist Bestandteil des kuratorischen Konzepts des H2. Im experimentellen Zusammenspiel von Bildender Kunst und Musik, von Klang und Raum durchdringen sich sonst getrennte Gattungen wechselseitig, um neue Qualitäten der Wahrnehmung zu ermöglichen.

KLANGHALLE 09

Dienstag 16. Juni 2009, 19.30 Uhr

H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast Augsburg