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Mittwoch, 12.02.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

Grab: “Die Kulturkoordinatorin gibt es nicht mehr”

In der Kulturausschusssitzung am vergangenen Montag wurde Kulturreferent Peter Grab von der Opposition in die Mangel genommen. In der gegenwärtigen Finanzlage der Stadt müsse gespart werden, aber das sei beim Kulturreferat nicht zu erkennen, da Grab auf die Fortführung des teuren ku.spo-Projektes bestehe. Grab hielt diesem Vorwurf zwei Sparmaßnahmen entgegen.

Ku.spo sei nicht nur sinnlos, sondern auch zu teuer. Das Geld wäre woanders besser aufgehoben, außerdem müsse auch vom Kulturreferenten aufgrund der gegenwärtigen Haushaltssituation ein gewisser Sparwille erkennbar sein, so die Rathausopposition. “Wenn Sie sagen, ich spare nicht, dann ist das einfach nicht richtig”, entgegnete Grab seinen Kritikern und verwies auf die Landesausstellung Bayern-Italien. Für diese seien zweimal 100.000 Euro vom Stadtrat bewilligt worden, einmal 100.000 für die Ausstellung direkt, einmal für das ku.spo-Begleitprogramm. Die 200.000 Euro würden, so Grab, auf die Hälfte zusammengestrichen. Außerdem sei die Kulturkoordinatorin Iris Steiner jetzt Mitarbeiterin im WM-Büro von Bernd Rotter. “Die Kulturkoordinatorin gibt es nicht mehr”, so Grab im O-Ton.

Managt jetzt die Frauen-WM: Iris Steiner

Managt jetzt die Frauen-WM: Iris Steiner


Iris Steiner bestätigte inzwischen ihren Tätigkeitsbereich im WM-Büro in der Bahnhofstraße, das seit Mitte September das kulturelle Rahmenprogramm für die Frauen-WM 2011 vorbereitet und derzeit zusammen mit dem DFB das Marketing für das kommende Länderspiel am 29. Oktober der DFB-Frauen gegen die US-Auswahl betreibt. Ihre neue Tätigkeit gehe auf eine Stellenumschreibung von Peter Grab zurück, die bereits am 2. Juli vorgenommen wurde. Damals stand eine neue Stelle für das Rahmenprogramm der Frauen-WM im Raum. OB Kurt Gribl wollte eine öffentliche Diskussion um neue Ausgaben für externe Mitarbeiter vermeiden und Peter Grab schrieb die Stelle der Kulturkoordinatorin nach einem längeren Gespräch mit Gribl um. Für Iris Steiner ist das kein Problem. “Ich war früher schon im Kulturmanagement tätig”. Ihr mache die Arbeit große Freude. Jetzt sei sie eben Kulturmanagerin für WM und ku.spo, “auch wenn der Job am Anfang ganz anders beschrieben war”.

“Kulturkoordinator von Anfang an überflüssig”

Für den kulturpolitischen Sprecher der SPD, Frank Mardaus – der während der Marathonsitzung des Kulturausschusses am Montag im öffentlichen Teil der Sitzung im Publikum saß und trotz des merkwürdigen dreistündigen nichtöffentlichen Einschubs keine Minute versäumte – ist das ein Beleg dafür, dass die von Beginn an politisch umstrittene Stelle des Kulturkoordinators überflüssig gewesen sei. Die SPD sei von Anfang an gegen diesen Posten gewesen.

“Schöner kann man die Überflüssigkeit eines Augsburger Kulturkoordinators nicht belegen”, so Mardaus, der Grab nicht ganz abnimmt, dass er mit der Umschreibung der Stelle Einsparungen im Kulturreferat vorgenommen habe. Grab nehme es mit der Informationspolitik nicht so genau. Keineswegs sei das nämlich eine auf Einsicht des Kulturreferenten fußende persönliche Entscheidung gewesen, “sondern der Oberbürgermeister selbst verfügte bereits im Juli, dass alle nur denkbaren Kräfte aufgrund der gespannten Haushaltslage einzusparen seien”, so Mardaus in der gestrigen Pressemitteilung der Augsburger SPD.