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Freitag, 23.07.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Gesucht: das „unerschrockene Wort“

Vorschläge für Preis der Lutherstädte ans Kulturamt

15 Städte, in denen der Reformator Martin Luther gelebt oder gewirkt hat, haben sich 1993 zum „Bund der Lutherstädte“ zusammengeschlossen, seit 1996 vergeben sie alle zwei Jahre den mit 10.000 Euro dotierten Preis „Das unerschrockene Wort“. Auch Augsburg ist nun aufgerufen, preiswürdige Personen vorzuschlagen.

Die Vorschläge aus Augsburg werden von einer Jury gesichtet und dem Kulturausschuss in seiner letzten Sitzung vor dem Sommerpause am 19. Juli vorgelegt. Der Jury gehören zwei Medienvertreter an (ein noch nicht nominierter Vertreter der Augsburger Allgemeinen und Frank Heindl von der DAZ), des weiteren Astrid Buchwieser von der Regio Augsburg, Silke Kirchenberger vom evangelisch-lutherischen Dekanat Augsburg und Beauftragte für die Lutherdekade 2017 in Augsburg sowie Timo Köster vom Kulturamt. Der Kulturausschuss entscheidet abschließend, welchen Vorschlag die Stadt Augsburg bei der Jurysitzung im Oktober 2010 mit allen Lutherstädten unterbreiten wird.

Als Preisträger kommen Persönlichkeiten in Frage, die bereit waren oder sind, „für unerschrockenes Auftreten Unbill in Kauf zu nehmen”, so wie seinerzeit Luther, der sich 1521 während des Reichstags zu Worms vor Kaiser Karl V verantworten musste. Luther blieb seiner inneren Überzeugung treu und widerrief seine Bücher und Schriften nicht, obwohl er sich bewusst war, mit welchen möglichen Folgen dies verbunden sein konnte. Heute sollen Menschen, die sich, genau wie Luther seinerzeit, mutig gegen politische und gesellschaftliche Missstände aussprechen und Zivilcourage beweisen, durch den „Preis für das unerschrockene Wort” geehrt werden.

Den Preis können Frauen und Männer erhalten, die in einer besonderen Situation oder bei einem konkreten Anlass, aber auch beispielhaft über einen größeren Zeitraum hinweg, in Wort und Tat für die Gesellschaft, die Gemeinde oder den Staat bedeutsame Aussagen gemacht und gegenüber Widerständen vertreten haben. Der Preis kann für eine einmalige Aktion, aber auch für ein Lebenswerk verliehen werden. „Das unerschrockene Wort“ sollte sich allerdings auf die gesellschaftliche Situation in der Bundesrepublik beziehen, wobei der Preisträger bzw. die Preisträgerin gleichwohl ausländischer Herkunft sein kann.

Bisherige Preisträger sind Andrea Röpke (2009), Emel Abidin-Algan (2007), Stephan Krawczyk (2005), Getraud Knoll (2003), Uta Leichsenring (2001), Prof. Hans Küng (1999) und Richard Schröder (1996).

Bis zum 6. Juli 2010 können Vorschläge mit schriftlicher Begründung beim Kulturamt Augsburg unter folgenden Adressen eingereicht werden:



Fax: 0821/324-32 65

Mail: friedensstadt@augsburg.de

Post:

Kulturamt der Stadt Augsburg

Timo Köster

Stichwort: “Das unerschrockene Wort”

86150 Augsburg



Weitere Informationen zu den Lutherstädten und zum Preis „Das unerschrockene Wort“ gibt es auf der Homepage der Stadt Worms sowie bei Wikipedia unter Preis “Das unerschrockene Wort” und Lutherstadt.