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Dienstag, 07.12.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Gespaltene CSU: Ortsverbände kritisieren Hintersberger

Die vier bei der Kreisvorstands- und Delegiertenwahl am 8. Juni ausgebooteten CSU-Ortsverbände Pfersee, Kriegshaber, Bärenkeller und Göggingen reagierten gestern empört auf Interview-Äußerungen von CSU-Stadtrat und MdL Johannes Hintersberger.

Johannes Hintersberger

Johannes Hintersberger


Hintersberger hatte am Mittwoch in einem kurzen Interview mit der Augsburger Allgemeinen seine Bereitschaft erklärt, am 20. Juli für den Vorsitz des CSU-Bezirksverbandes Augsburg zu kandidieren. Er sei von vielen Parteifreunden, Delegierten und Bürgern gebeten worden, „zusammenzuführen“. Weiter hatte er im Interview den Grundsatz „Einbinden statt ausgrenzen“ ausgegeben.

„Unerträglich scheinheilig“

Nach Auffassung der vier Ortsverbände habe sich Hintersberger damit als „Einiger, der die zerstrittene CSU Augsburg wieder zusammenführen könne“, präsentiert. Andererseits arbeite er aber „offensichtlich mit den Leuten zusammen, die bei der Kreisvorstandswahl die Spaltung der Partei massiv vertieft haben“, nämlich mit dem Schley/Hohenhau-Lager. Dieses habe bei der Wahl der Delegierten für den Bezirksparteitag am 8. Juni „in einem Komplott fast alle Kandidaten, die von unseren Ortsverbänden basisdemokratisch nominiert wurden, aus dem Kreisvorstand und der Delegiertenliste hinausgedrängt“.

Vor diesem Hintergrund sei es „unerträglich scheinheilig“, wenn Hintersberger sich als eine einigende Kraft präsentiere, die eine gespaltene Partei wieder zusammenführen könne. „Wer mit den Spaltern kooperiert, sollte nicht als Friedensapostel auftreten“, heißt es in der von den Ortsverbandsvorsitzenden Claudia Eberle (Göggingen), Uschi Reiner (Kriegshaber), Max Becker (Pfersee) und Mathias Kuntzer (Bärenkeller) unterzeichneten Pressemitteilung.